Dünner Kreisling
Cudoniella tenuispora
Der Dünne Kreisling ist ein kleiner Schlauchpilz aus der Familie der Helotiaceae, der vor allem in sehr feuchten Habitaten vorkommt. Er bildet winzige, weißliche bis blass gelbliche Fruchtkörper aus, die eine charakteristische kreisel- oder scheibenartige Form auf einem kurzen Stiel besitzen. Die Art besiedelt bevorzugt moderndes Holz, herabgefallene Äste oder Blätter, die sich in der Spritzwasserzone von Bächen oder in Mooren befinden. Aufgrund seiner geringen Größe und speziellen Standortansprüche wird er oft übersehen.

Details
Erkennungsmerkmale
Winzige, gestielte Fruchtkörper (1-5 mm); Hutfläche flach oder leicht gewölbt, weißlich bis creme-gelb; mikroskopisch durch schmale, längliche Sporen gekennzeichnet.
Ernährung
Saprobiontische Lebensweise; der Pilz ernährt sich durch den Abbau von komplexen organischen Verbindungen wie Zellulose in feuchtem Holz.
Überwinterung
Überdauerung als Myzel im Substrat (Totholz oder organisches Material).
Ökologie
Ökologische Rolle
Wichtiger Primärzersetzer in aquatischen Übergangszonen; trägt zum Nährstoffkreislauf bei, indem er organisches Material für Mikroorganismen verfügbar macht.
Natürliche Feinde
Kleinstlebewesen der Boden- und Holzfauna wie Milben und Springschwänze.
Konkurrenzarten
Andere saprobiontische Pilze der Ordnung Helotiales und wasserbewohnende Bakterien.
Ökosystemleistung
Stoffumwandlung und Humusbildung in Feuchtgebieten.
Bedrohungen
Verlust von Feuchtbiotopen, Entwässerungsmaßnahmen in Wäldern und Entfernung von Totholz aus Uferbereichen.
Wissenschaftlicher Steckbrief
Steckbrief
Erkennungsmerkmale
Charakteristisch sind die extrem schmalen und langen Ascosporen (ca. 15–22 x 1,5–2,5 µm), die der Art ihren Namen gaben. Im Vergleich zum häufigeren Wasserkreisling (Cudoniella clavus) sind die Sporen deutlich schmaler. Der Fruchtkörper erinnert in der Form oft an einen Backenzahn (daher auch der Name Backenzahn-Kreisling).
Lebensraum
Feuchte Laubwälder, Erlenbrüche, Bachufer und sumpfige Standorte mit reichlich Totholzangebot.
Fortpflanzung
Sexuelle Vermehrung durch Ascosporen, die in achtsporigen Asci gebildet werden. Die Sporenfreisetzung erfolgt bei Reife oft in sichtbaren Wolken.
Schutz & Bedrohung
Status nicht auf Standardskala
Hauptbedrohungen
Entwässerung von Feuchtgebieten, forstwirtschaftliche Beräumung von Totholz aus Bachläufen, Bachbegradigungen.
Schutzmaßnahmen
Erhalt von Erlenbruchwäldern, Belassen von Totholz in Fließgewässern, Schutz von Quellbereichen und natürlichen Bachläufen.