Kleine Wasserlinse
Lemna minor
Die Kleine Wasserlinse ist eine ausdauernde, krautige Pflanze, die an der Wasseroberfläche schwimmt. Sie besteht aus einem oder wenigen linsenförmigen Gliedern, die botanisch als Sprossglieder bezeichnet werden und eine einzelne Wurzel besitzen. Diese Art ist weltweit verbreitet und bekannt für ihr extrem schnelles vegetatives Wachstum unter nährstoffreichen Bedingungen. Sie spielt eine zentrale Rolle in limnischen Ökosystemen als Primärproduzent und Sauerstofflieferant.
Details
Sauerstoffproduktion
Hohe Sauerstoffproduktion bei Tageslicht, kann jedoch nachts oder bei zu dichter Decke den Gasaustausch behindern.
Habitatfunktion
Dient als Kinderstube für Amphibienlarven und als Substrat für Mikroorganismen.
Nährstoffaufnahme
Exzellente Aufnahme von Nitrat, Ammonium und Phosphat.
Nahrungsquelle für
Entenvögel, Karpfenfische, Wasserhühner und Wirbellose.
Nutzung durch Menschen
Nutzung als proteinreiches Viehfutter, in der Abwasserreinigung (Phytoremediation) und als Modellorganismus in der biologischen Forschung.
Ökologie
Ökologische Rolle
Wichtiger Primärproduzent, bietet Versteckmöglichkeiten für aquatische Insektenlarven und dient der Wasserreinigung durch hohen Stickstoffentzug.
Natürliche Feinde
Wasservögel (insbesondere Enten), Graskarpfen, Schnecken und verschiedene Wasserinsekten.
Konkurrenzarten
Andere Wasserlinsengewächse wie die Vielwurzelige Wasserlinse (Spirodela polyrhiza) und Fadenalgen.
Ökosystemleistung
Nährstoffelimination aus belasteten Gewässern, CO2-Sequestrierung und Bereitstellung von Biomasse.
Bedrohungen
Herbizideinträge aus der Landwirtschaft und die Zerstörung von Kleingewässern.
Wissenschaftlicher Steckbrief
Steckbrief
Fortpflanzung
Primär vegetativ durch Sprossung (Knospenbildung in den Seitentaschen), was unter optimalen Bedingungen zu einer Verdopplung der Biomasse innerhalb von 2-3 Tagen führen kann. Generative Vermehrung über Samen ist selten.
Schutz & Bedrohung
Hauptbedrohungen
Keine wesentlichen Bedrohungen; profitiert eher von anthropogener Eutrophierung. Lokal durch Herbizideinsatz oder extreme Gewässerunterhaltung gefährdet.