Glockenförmiges Stängelbecherchen
Calycina campanula
Das Glockenförmige Stängelbecherchen ist ein kleiner Ascomycet, der deutlich gestielte, glockenförmige Fruchtkörper ausbildet. Die Apothecien erreichen meist nur wenige Millimeter Durchmesser und variieren farblich zwischen hellgelb und weißlich. Er besiedelt vorzugsweise feuchte Standorte wie Gräben oder Bachufer und zersetzt dort Pflanzenreste.
Details
Erkennungsmerkmale
Fruchtkörper 0,5–2 mm, glockenförmig vertieft, Außenseite fein flaumig behaart, Stiel deutlich abgesetzt, Farbe hellgelb bis zitronengelb.
Ernährung
Saprobiontisch; ernährt sich durch den Abbau von Zellulose und Lignin in abgestorbenen Stängeln von Kräutern (z.B. Filipendula, Epilobium) und Farnen.
Überwinterung
Überdauerung als Myzel im Substrat (Pflanzenstängel).
Ökologie
Ökologische Rolle
Wichtiger Primärzersetzer im Nährstoffkreislauf feuchter terrestrischer und semiaquatischer Habitate.
Natürliche Feinde
Schnecken und fungivore Kleinstinsekten wie Springschwänze.
Konkurrenzarten
Andere saprobiontische Kleinpilze der Ordnung Helotiales.
Ökosystemleistung
Beschleunigung des Stoffumsatzes und Bereitstellung von Nährstoffen für die Bodenflora.
Bedrohungen
Habitatverlust durch Entwässerung von Feuchtgebieten und intensive Mahd von Uferrandstreifen.
Wissenschaftlicher Steckbrief
Steckbrief
Erkennungsmerkmale
Charakteristisch sind die glockenförmige Gestalt, der deutliche Stiel und das spezifische Substrat (krautige Stängel). Mikroskopisch unterscheidbar durch die Sporengröße (ca. 7-10 x 1,5-2,5 µm) und die inamyloiden Asci. Die Art bevorzugt feuchte Standorte.
Lebensraum
Feuchte Hochstaudenfluren, Waldränder, Gräben und Ruderalstellen mit hoher Luftfeuchtigkeit und nährstoffreichen Böden.
Fortpflanzung
Sexuelle Vermehrung durch Ascosporen, die in den Schläuchen (Asci) des Hymeniums gebildet werden.
Schutz & Bedrohung
Status nicht auf Standardskala
Hauptbedrohungen
Verlust von Lebensräumen durch intensive Mahd von Wegrändern, Beseitigung von Brennnesselbeständen und Entwässerung von Feuchtstandorten.
Schutzmaßnahmen
Erhalt von Saumbiotopen und Hochstaudenfluren; Belassen von abgestorbenen Pflanzenstängeln über den Winter; Schutz von Feuchtgebieten.