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Fisch

Moderlieschen

Leucaspius delineatus

RL LC🔬 Zeigerart

Das Moderlieschen ist ein kleiner, silbrig glänzender Süßwasserfisch, der bevorzugt in stehenden oder langsam fließenden Gewässern lebt. Es zeichnet sich durch eine unvollständige Seitenlinie und ein oberständiges Maul aus, was es ideal für die Nahrungsaufnahme an der Wasseroberfläche macht. Die Art ist für ihr interessantes Brutpflegeverhalten bekannt, bei dem die Männchen die an Pflanzen abgelegten Eier bewachen und säubern.

Details

👁️

Erkennungsmerkmale

Unvollständige Seitenlinie (nur auf den ersten 7-12 Schuppen), oberständiges Maul, silbrig-blaue Längsbinde auf dem hinteren Körperabschnitt.

🐠

Sozialverhalten

Ausgeprägter Schwarmfisch, der sich meist in Gruppen in den oberen Wasserschichten aufhält.

🍽️

Ernährung

Zooplankton, kleine Insekten (Anflugnahrung), Insektenlarven und gelegentlich Algen.

🎯

Jagdstrategie

Aktives Absuchen der Wasseroberfläche und des Freiwassers nach Kleinstlebewesen.

🥚

Laichsubstrat

Untergetauchte Wasserpflanzen, Wurzeln oder Äste, an denen die Eier in Bändern abgelegt werden.

❄️

Überwinterung

Zieht sich in tiefere, frostfreie Zonen am Gewässergrund zurück und reduziert die Aktivität.

Ökologie

🌍

Ökologische Rolle

Wichtige Beute für Raubfische und Wasservögel; trägt zur Kontrolle von Mückenpopulationen bei.

🦅

Natürliche Feinde

Hecht, Flussbarsch, Eisvogel, Graureiher, Zwergtaucher.

⚔️

Konkurrenzarten

Blaubandbärbling (invasiv), Ukelei, andere kleine Cypriniden.

🌟

Ökosystemleistung

Biologische Kontrolle von Stechmücken durch Verzehr der Larven.

⚠️

Bedrohungen

Verlust von Kleingewässern durch Entwässerung, Verbauung von Uferzonen und Ausbreitung invasiver Arten wie dem Blaubandbärbling.

Wissenschaftlicher Steckbrief

Morphologie & Identifikation

Familie
Leuciscidae (Weißfische)
Körperlänge
4 – 12 cm
Maximalgröße
12
Gewicht
0 – 0.02 kg
Maximalgewicht
0.02
Lebenserwartung
2 – 6 years
Körperform
Spindelförmig, seitlich leicht abgeflacht, schlank mit oberständiger Mundspalte.
Schuppenformel
40-45 (L.r.), 7-12 (L.l.)
Flossenformel
D III/8, A III/11-14, P I/13, V II/8

Färbung

Rücken bräunlich-grünlich, Flanken silbrig glänzend mit einem charakteristischen bläulichen Längsstreifen am Hinterkörper.

Erkennungsmerkmale

Sehr kurze, unvollständige Seitenlinie (reicht nur über 7-12 Schuppen); steil nach oben gerichtete Mundspalte; Schuppen fallen leicht ab.

Verwechslungsarten

Ukelei (Alburnus alburnus - hat vollständige Seitenlinie), Blaubandbärbling (Pseudorasbora parva - hat dunkles Längsband und andere Schuppenstruktur).

Geschlechtsdimorphismus

Männchen zur Laichzeit mit feinem Laichausschlag am Kopf; Weibchen besitzen eine Legeröhre (Urogenitalpapille).

Habitat & Lebensraum

Tiefenbereich
0 – 2 m
Temperaturbereich
4 – 30 °C
pH-Bereich
6 – 8.5 pH

Fischregion

Stillgewässer (stagnophil), Brachsenregion

Bevorzugte Zone

Pelagial und Litoral (oberflächennah)

Strömungspräferenz

Lentisch (stehende Gewässer, Altarme, Teiche)

Substratpräferenz

Pflanzenreiche Uferzonen, submerse Vegetation, Wurzelgeflecht.

Sauerstoffbedarf

Mäßig bis gering; kann kurzzeitig niedrige Sauerstoffkonzentrationen in verkrauteten Kleingewässern tolerieren.

Migration

Migrationstyp
Standorttreu
Wanderdistanz
0 – 1 km

Wanderverhalten

Keine ausgeprägten Wanderungen; standorttreu innerhalb des Gewässersystems.

Fortpflanzung

LaichzeitApr – Jul
J
F
M
A
M
J
J
A
S
O
N
D
Laichtemperatur
15 – 22 °C
Eizahl
100 – 1000 eggs
Eigröße
0.9 – 1.2 mm
Brutdauer (Tage)
3 – 12 days
Geschlechtsreife (Jahre)
1 – 2 years

Laichsubstrat

Phytophil; Eier werden in Schnüren an Wasserpflanzen, Wurzeln oder schwimmenden Gegenständen abgelegt.

Larvalphase

Nach dem Schlüpfen hängen die Larven zunächst an der Vegetation; nach Aufzehren des Dottersacks erfolgt Übergang zur planktivoren Lebensweise.

Brutpflege

Männchen bewacht das Gelege, verteidigt das Revier und fächelt den Eiern Frischwasser zu.

Ernährung

Aktivität
Tagaktiv

Ernährungstyp

Omnivor (Allesfresser) mit Schwerpunkt auf Zooplankton und Anflugnahrung.

Nahrung Jungfische

Phytoplankton, kleines Zooplankton (Rotatorien).

Nahrung erwachsen

Zooplankton (Cladoceren, Copepoden), Insektenlarven, Anflugnahrung (Mücken, Blattläuse).

Jagdstrategie

Aktiver Jäger in der Freiwasserzone und an der Wasseroberfläche.

Schwarmverhalten

Stark ausgeprägtes Schwarmverhalten, besonders im Freiwasser.

Ökologische Bedeutung

Saprobie-Wert
2.2

Rolle im Nahrungsnetz

Wichtiger Konsument von Zooplankton; dient als bedeutende Beutefischart für größere Raubfische und Wasservögel.

Natürliche Feinde

Hecht, Flussbarsch, Eisvogel, Graureiher, Zwergtaucher.

Konkurrenten

Ukelei (Nahrungskonkurrenz), Blaubandbärbling (Nahrung und Lebensraum).

Parasiten

Posthodiplostomum cuticola (Schwarzfleckenkrankheit), diverse Monogenea.

Bioindikator-Funktion

Indikator für fischereilich wenig genutzte, pflanzenreiche Kleingewässer und intakte Uferstrukturen.

Fischerei & Recht

Fischereiliche Regelung

In vielen Bundesländern ganzjährig geschont oder Mindestmaße/Schonzeiten gemäß Landesfischereiverordnung.

Schonzeit

Oft ganzjährig (z.B. in NRW, Hessen), sonst regional unterschiedlich.

Wirtschaftliche Nutzung

Keine wirtschaftliche Bedeutung als Speisefisch; gelegentlich als Köderfisch oder Zierfisch für Gartenteiche.

Schutz & Bedrohung

IUCN Rote-Liste-StatusNicht gefährdet (LC)
LC
NT
VU
EN
CR
EW
EX

Hauptbedrohungen

Verlust von Kleingewässern (Zuschüttung, Entwässerung), Eutrophierung, invasive Arten (Blaubandbärbling), intensive fischereiliche Nutzung von Teichen.

Bestandstrend

Rückläufig in intensiv genutzten Agrarlandschaften; stabil in Schutzgebieten.

Schutzmaßnahmen

Erhalt und Neuanlage von Kleingewässern, Verzicht auf Fischbesatz in Amphibiengewässern, Schutz der Ufervegetation.

Wikipedia →