Frühe Adonislibelle
Pyrrhosoma nymphula
Die Frühe Adonislibelle ist eine robuste Kleinlibelle, die durch ihre leuchtend rote Färbung und schwarzen Beine auffällt. Sie gehört zur Familie der Schlanklibellen (Coenagrionidae) und ist eine der ersten Arten, die im Frühjahr schlüpfen. Die Männchen sind fast vollständig rot, während die Weibchen verschiedene Farbvarianten von fast ganz rot bis überwiegend schwarz aufweisen können. Ihr Lebensraum umfasst stehende und langsam fließende Gewässer mit reicher Vegetation.

Details
Erkennungsmerkmale
Roter Körper, schwarze Beine, schwarzes Flügelmal (Pterostigma), gelbe Antehumeralstreifen bei jungen Tieren.
Sozialverhalten
Männchen besetzen kleine Reviere am Gewässerrand; die Paarung findet im Tandemflug statt.
Ernährung
Räuberisch; Larven fressen Wasserflöhe, Insektenlarven und Kaulquappen; Imagines jagen kleine Fluginsekten.
Jagdstrategie
Larven sind Lauerjäger; Imagines sind Sichtjäger, die Beute im Flug oder von Warten aus fangen.
Laichsubstrat
Lebende Wasserpflanzen oder schwimmendes Pflanzenmaterial (endophytische Eiablage).
Überwinterung
Überwinterung erfolgt als Larve im Wasser, meist im letzten oder vorletzten Larvenstadium.
Ökologie
Ökologische Rolle
Wichtiger Prädator in aquatischen und terrestrischen Randökosystemen; dient als Beute für Vögel und Amphibien.
Natürliche Feinde
Vögel (z.B. Bachstelzen), größere Libellen, Frösche, Webspinnen.
Konkurrenzarten
Andere Schlanklibellen wie die Hufeisen-Azurjungfer (Coenagrion puella).
Ökosystemleistung
Kontrolle von Mückenpopulationen durch Prädation.
Bedrohungen
Zerstörung von Kleingewässern, Eutrophierung durch Düngemitteleintrag, Austrocknung von Mooren.
Wissenschaftlicher Steckbrief
Steckbrief
Erkennungsmerkmale
Wichtigstes Merkmal zur Unterscheidung von der Späten Adonislibelle (Ceriagrion tenellum) sind die schwarzen Beine (C. tenellum hat rote Beine) und die schwarzen Zeichnungen auf den Abdomensegmenten. Zudem besitzt Pyrrhosoma nymphula ein dunkles Pterostigma.
Rolle im Nahrungsnetz
Mesoprädikator in aquatischen und terrestrischen Ökosystemen; reguliert Insektenpopulationen und dient selbst als Beute für höhere Prädatoren.
Schutz & Bedrohung
Hauptbedrohungen
Zerstörung von Kleingewässern, Eutrophierung durch Düngereintrag aus der Landwirtschaft, Austrocknung von Mooren und Klimawandel.
Bestandstrend
Stabil; die Art ist in Mitteleuropa weit verbreitet und häufig.
Schutzmaßnahmen
Erhalt und Neuanlage von Kleingewässern, Schutz von Mooren, Anlage von Pufferstreifen zur Reduzierung von Nährstoffeinträgen.