Fransenfledermaus
Myotis nattereri
Die Fransenfledermaus ist eine mittelgroße Myotis-Art mit hellgrauem bis braunem Rückenfell und fast weißer Unterseite. Auffällig ist der dichte Borstensaum an der Hinterkante der Schwanzflughaut sowie der S-förmig gebogene Sporn. Sie bewohnt bevorzugt lockere Wälder, Parks und gewässernahe Habitate. Während des Sommers nutzt sie Baumhöhlen oder Gebäude als Quartiere.

Details
Erkennungsmerkmale
Borstensaum an der Schwanzflughaut, S-förmiger Calcar, langer Tragus (Ohrdeckel), hellweißer Bauch.
Sozialverhalten
Bildet Wochenstuben von 20 bis 50 Weibchen; Männchen leben oft in kleineren Gruppen oder einzeln.
Ernährung
Insektenfresser; ernährt sich von Fliegen, Mücken, Spinnen, Käfern und Nachtfaltern.
Jagdstrategie
Gleaning (Absammeln von Beute von Blättern und Rinde) sowie Fang im Flug (Aerial Hawking).
Überwinterung
Winterschlaf in feuchten Kellern, Stollen, Höhlen oder Mauerspalten bei Temperaturen von 2-8 Grad Celsius.
Ökologie
Ökologische Rolle
Wichtiger Insektenfresser, der zur Regulation von Insektenpopulationen in Waldökosystemen beiträgt.
Natürliche Feinde
Eulen (z.B. Waldkauz), Marder, Hauskatzen.
Konkurrenzarten
Andere Myotis-Arten wie die Wasserfledermaus oder die Bechsteinfledermaus.
Ökosystemleistung
Biologische Schädlingsbekämpfung durch den Verzehr großer Mengen an Insekten.
Bedrohungen
Verlust von Quartieren durch Gebäudesanierung, forstwirtschaftliche Intensivierung und Einsatz von Insektiziden.
Wissenschaftlicher Steckbrief
Steckbrief
Erkennungsmerkmale
Charakteristischer Saum aus kurzen, steifen Borstenhaaren an der Hinterkante der Schwanzflughaut (Uropatagium). Der Sporn (Calcar) ist deutlich S-förmig geschwungen und etwa halb so lang wie die Schwanzflughaut.
Lebensraum
Stark strukturierte Landschaften mit hohem Waldanteil (Laub- und Mischwälder), Parks, Obstgärten und Gewässernähe. Bevorzugt Waldrandhabitate und vegetationsreiche Jagdgebiete.
Ernährung
Insektenfresser; Nahrung besteht aus Diptera (Mücken, Fliegen), Lepidoptera (Nachtfalter), Coleoptera (Käfer) sowie Spinnen und Weberknechten.
Schutz & Bedrohung
Hauptbedrohungen
Verlust von Quartieren durch Gebäudesanierung und moderne Forstwirtschaft (Entnahme von Höhlenbäumen); Einsatz von Pestiziden; Zerschneidung von Flugkorridoren.
Bestandstrend
Stabil; in Mitteleuropa weit verbreitet und regional häufig, jedoch lokal durch Quartierverlust gefährdet.
Schutzmaßnahmen
Schutz und Erhalt von Altholz und Höhlenbäumen; fledermausfreundliche Sanierung von Gebäuden; Verzicht auf Insektizide in Wäldern; Vernetzung von Habitaten.