Labyrinthspinne
Agelena labyrinthica
Die Labyrinthspinne ist ein markanter Vertreter der Trichterspinnen, der vor allem in sonnigen, trockenen Offenlandhabitaten vorkommt. Sie ist bekannt für ihr großflächiges, horizontales Teppichnetz, das in einen namensgebenden, komplexen Wohntrichter übergeht. Die Art zeigt eine charakteristische Zeichnung mit zwei dunklen Längsstreifen auf dem Vorderkörper und einem hellen Fischgrätenmuster auf dem Hinterleib. Während der Fortpflanzungszeit im Hochsommer bewacht das Weibchen seine Eikokons intensiv in der schützenden Gespinst-Röhre.

Details
Erkennungsmerkmale
Zwei dunkle Längsstreifen auf dem hellbraunen Prosoma; Hinterleib mit grau-braunem Fischgrätenmuster; auffällig lange hintere Spinnwarzen.
Sozialverhalten
Einzelgängerisch; Männchen leben zur Paarungszeit oft für einige Zeit friedlich im Netz des Weibchens.
Ernährung
Insekten verschiedener Art, vor allem Heuschrecken, Fliegen, Käfer und Hautflügler, die auf das Netz gelangen.
Jagdstrategie
Lauerjäger; die Spinne wartet im Wohntrichter auf Vibrationen im Teppichnetz und überwältigt die Beute durch Schnelligkeit.
Laichsubstrat
Großer, weißer Eikokon, der im innersten Bereich des labyrinthartigen Wohntrichters aufgehängt wird.
Überwinterung
Überwinterung erfolgt meist als Jungspinne oder im Eistadium innerhalb des schützenden Kokons.
Ökologie
Ökologische Rolle
Bedeutender Prädator von Insekten in der Krautschicht von Offenlandökosystemen.
Natürliche Feinde
Insektenfressende Vögel, Wegwespen, Schlupfwespen und größere Raubspinnen.
Konkurrenzarten
Andere Trichterspinnen (z.B. Allagelena gracilens) und Radnetzspinnen in ähnlicher Vegetationshöhe.
Ökosystemleistung
Natürliche Regulation von Insektenpopulationen, einschließlich potenzieller landwirtschaftlicher Schädlinge.
Bedrohungen
Verlust von Lebensräumen durch intensive Landwirtschaft, Überdüngung und die Verbuschung von Trockenrasen.
Wissenschaftlicher Steckbrief
Steckbrief
Erkennungsmerkmale
Besonders lange, zweigliedrige hintere Spinnwarzen; großes, horizontales Trichternetz mit einem röhrenförmigen Schlupfwinkel, der in einer labyrinthartigen Struktur endet; charakteristisches Zeichnungsmuster auf dem Abdomen.
Lebensraum
Offene, sonnenexponierte Standorte wie Trockenrasen, Heideflächen, sonnige Waldränder, Brachen und extensiv genutzte Gebüschstrukturen; bevorzugt trocken-warme Klimate.
Rolle im Nahrungsnetz
Bedeutender Prädator von Insekten in Offenlandhabitaten; dient selbst als wichtige Nahrungsquelle für Vögel, Eidechsen und spezialisierte Wegwespen.
Schutz & Bedrohung
Hauptbedrohungen
Verlust von halboffenen Lebensräumen durch Sukzession (Verbuschung), intensive Landwirtschaft (Pestizideinsatz) und die Zerstörung von Saumstrukturen durch Mahd.
Bestandstrend
Stabil; in geeigneten Habitaten in Mitteleuropa häufig und weit verbreitet, lokal jedoch durch Flächenversiegelung und Nutzungsintensivierung rückläufig.