Süßwassermeduse
Craspedacusta sowerbii
Die Süßwassermeduse ist ein Nesseltier, das ursprünglich aus dem Jangtse-Becken in China stammt und heute weltweit als Neobiota verbreitet ist. Sie durchläuft einen Generationswechsel zwischen einem winzigen, festsitzenden Polypen und der freischwimmenden Meduse. Die Medusenform tritt meist nur in den Sommermonaten auf, wenn die Wassertemperaturen über 25 Grad Celsius steigen. Trotz ihrer Nesselzellen ist sie für den Menschen völlig harmlos, da diese die menschliche Haut nicht durchdringen können.

Details
Erkennungsmerkmale
Schirmförmiger, transparenter Körper; bis zu 400 feine Tentakel am Schirmrand; vier deutlich sichtbare, weißliche Keimdrüsen in Kreuzform.
Sozialverhalten
Tritt oft in massenhaften Ansammlungen (Blüten) auf, zeigt jedoch kein kooperatives Sozialverhalten.
Ernährung
Ernährt sich primär von Zooplankton wie Daphnien, Copepoden und Rädertierchen.
Jagdstrategie
Passiver Fang durch Ausstrecken der Tentakel; Beutetiere werden bei Kontakt gelähmt und zum Mund geführt.
Laichsubstrat
Gibt Gameten direkt in das freie Wasser ab (Freilaicher).
Überwinterung
Überwintert in Form von Dauerstadien (Podozysten) oder als Polypen im Sediment.
Ökologie
Ökologische Rolle
Prädator im pelagischen Nahrungsnetz; kann bei Massenvorkommen die Zooplankton-Dichte signifikant reduzieren.
Natürliche Feinde
Fische (gelegentlich), Krebstiere und räuberische Insektenlarven.
Konkurrenzarten
Andere planktivore Organismen wie Jungfische oder räuberisches Zooplankton.
Bedrohungen
Plötzliche Kälteeinbrüche und chemische Wasserverunreinigungen.
Wissenschaftlicher Steckbrief
Steckbrief
Erkennungsmerkmale
Besitzt hunderte von Tentakeln unterschiedlicher Länge am Schirmrand, die in Gruppen angeordnet sind. Charakteristisch sind die vier weißlichen, sackartigen Gonaden, die unter den Radialkanälen hängen. Polypenstadien sind winzig (ca. 1 mm), ohne Tentakel und bilden Kolonien.
Fortpflanzung
Metagenese mit Generationswechsel: Asexuelle Vermehrung der Polypen durch Knospung, Frustulae (Kriechlarven) oder Podozysten. Sexuelle Vermehrung durch Medusen, die Gameten ins Wasser abgeben. In Europa oft eingeschlechtliche Populationen (meist nur Männchen oder nur Weibchen), was die sexuelle Vermehrung einschränkt.
Rolle im Nahrungsnetz
Top-down-Prädator im pelagischen Nahrungsnetz; kann bei Massenentwicklungen ('Blooms') die Struktur und Abundanz des Zooplanktons signifikant verändern und mit planktivoren Fischen konkurrieren.
Schutz & Bedrohung
Status nicht auf Standardskala
Hauptbedrohungen
Keine Bedrohungen bekannt; die Art gilt in Europa als Neobiota (invasiv) und profitiert von der globalen Erwärmung und dem Bau von Stauseen.