Kleinblütige Königskerze
Verbascum thapsus
Die Kleinblütige Königskerze ist eine zweijährige krautige Pflanze, die im ersten Jahr eine grundständige Blattrosette und im zweiten Jahr einen bis zu zwei Meter hohen Blütentrieb entwickelt. Die gesamte Pflanze ist von einer dichten, weiß-filzigen Behaarung überzogen, die als Verdunstungsschutz dient. Ihre gelben Blüten stehen in einem dichten, ährenartigen Blütenstand. Sie ist eine typische Pionierpflanze auf sonnigen, trockenen und steinigen Böden.
Details
Habitatfunktion
Die markhaltigen, abgestorbenen Stängel dienen als Nistplatz und Überwinterungsquartier für solitäre Wildbienen.
Nährstoffaufnahme
Effiziente Aufnahme von Stickstoff aus tiefen Bodenschichten durch Pfahlwurzel.
Nahrungsquelle für
Hummeln, solitäre Bienen, Schwebfliegen und spezialisierte Schmetterlingsraupen.
Nutzung durch Menschen
Traditionelle Heilpflanze bei Atemwegserkrankungen; früher Nutzung der trockenen Stängel als Fackeln oder Dochte.
Ökologie
Ökologische Rolle
Pionierbesiedler von Störstellen; bietet wichtige Nahrungsressourcen für Bestäuber und ist Wirtspflanze für spezialisierte Insekten.
Natürliche Feinde
Raupen des Königskerzen-Mönchs (Shargacucullia verbasci) und verschiedene Rüsselkäferarten.
Konkurrenzarten
Andere lichthungrige Ruderalpflanzen wie Natternkopf oder Wegwarte.
Ökosystemleistung
Nahrungsquelle für Wildbienen und Schwebfliegen; Erosionsschutz auf Rohböden.
Bedrohungen
Verlust von Offenbodenstellen durch natürliche Sukzession oder Flächenversiegelung.
Wissenschaftlicher Steckbrief
Steckbrief
Fortpflanzung
Rein generativ durch Samen; eine einzelne vitale Pflanze kann zwischen 100.000 und 180.000 Samen produzieren.
Schutz & Bedrohung
Hauptbedrohungen
In Mitteleuropa derzeit nicht gefährdet. Lokale Rückgänge durch die Befestigung von Wegrändern und die intensive Nutzung von Brachflächen.