Blindschleiche
Anguis fragilis
Die Blindschleiche ist eine beinlose Echse, die trotz ihres schlangenähnlichen Aussehens zu den Echsen gehört. Sie besitzt glatte, glänzende Schuppen und kann bei Gefahr ihren Schwanz an Sollbruchstellen abwerfen. Ihr Körper ist meist grau, braun oder kupferfarben gefärbt, wobei Weibchen oft dunkle Flanken und einen Aalstrich aufweisen. Sie bevorzugt halboffene Habitate wie Waldränder, Gärten und Wiesen mit ausreichend Versteckmöglichkeiten.

Details
Erkennungsmerkmale
Beinloser Körper, glatte Schuppen, bewegliche Augenlider (im Gegensatz zu Schlangen), abwerfbarer Schwanz.
Sozialverhalten
Einzelgängerisch, nutzt jedoch oft gemeinschaftliche Winterquartiere mit mehreren Artgenossen.
Ernährung
Ernährt sich hauptsächlich von Nacktschnecken, Regenwürmern, unbehaarten Raupen und Spinnen.
Jagdstrategie
Langsame Suche und Packen der Beute mit den kleinen, nach hinten gebogenen Zähnen.
Überwinterung
Winterstarre in frostfreien Erdlöchern, unter Baumstümpfen oder in Komposthaufen.
Ökologie
Ökologische Rolle
Wichtiger Prädator von wirbellosen Kleintieren; reguliert insbesondere Schneckenpopulationen.
Natürliche Feinde
Greifvögel, Marder, Igel, Schlangen (z.B. Schlingnatter) und Hauskatzen.
Konkurrenzarten
Andere insektenfressende Reptilien und Amphibien wie die Zauneidechse.
Ökosystemleistung
Natürliche Schädlingsbekämpfung in Gärten und Landwirtschaft durch Verzehr von Nacktschnecken.
Bedrohungen
Lebensraumverlust, intensive Landwirtschaft, Einsatz von Pestiziden (Schneckenkorn) und Hauskatzen.
Wissenschaftlicher Steckbrief
Steckbrief
Erkennungsmerkmale
Beinlose Echse (keine Schlange); besitzt bewegliche, verschließbare Augenlider; sichtbare Ohröffnungen (oft klein); der Schwanz kann bei Gefahr an Sollbruchstellen abgeworfen werden (Autotomie); die Zunge ist eingekerbt, aber nicht tief gespalten wie bei Schlangen.
Lebensraum
Euryöke Art; bevorzugt strukturreiche Habitate mit mäßiger Feuchtigkeit wie Waldränder, lichte Wälder, Moore, Heidegebiete, Brachen, Bahndämme sowie naturnahe Gärten und Parks mit dichter Krautschicht und Versteckmöglichkeiten.
Ernährung
Spezialisierter Prädator von langsam beweglichen Wirbellosen, primär Nacktschnecken und Regenwürmer; auch unbehaarte Raupen, Asseln und Spinnen.
Rolle im Nahrungsnetz
Wichtiger Regulator von Schneckenpopulationen; dient als Beutegrundlage für zahlreiche Prädatoren der höheren Trophiestufen.
Schutz & Bedrohung
Hauptbedrohungen
Intensivierung der Land- und Forstwirtschaft, Lebensraumverlust durch Flurbereinigung, Einsatz von Pestiziden (insb. Schneckenkorn), Prädation durch freilaufende Hauskatzen und Straßenverkehr.
Bestandstrend
In Deutschland noch weit verbreitet und häufig, jedoch regional rückläufig durch Habitatfragmentierung; steht auf der Vorwarnliste der Roten Liste.
Schutzmaßnahmen
Erhalt und Vernetzung von Saumstrukturen; Anlage von Totholz- und Steinhaufen; Verzicht auf Schneckenkorn in Gärten; Förderung einer extensiven Bewirtschaftung von Wiesen.