Wespenspinne
Argiope bruennichi
Die Wespenspinne ist eine markante Radnetzspinne, deren Weibchen eine charakteristische gelb-schwarz-weiße Streifung auf dem Hinterleib tragen. Sie baut ihre Netze bevorzugt in sonnigen, offenen Graslandschaften bodennah zwischen stabilen Halmen. Ein besonderes Merkmal ihres Netzes ist das vertikale, zickzackförmige Seidenband, das als Stabiliment bezeichnet wird. Ursprünglich im Mittelmeerraum beheimatet, hat sie sich infolge der globalen Klimaerwärmung weit nach Norden bis nach Skandinavien ausgebreitet.

Details
Erkennungsmerkmale
Weibchen mit gelb-schwarz-weißem Streifenmuster; silbrig behaarter Vorderkörper; Radnetz mit zickzackförmigem Stabiliment.
Sozialverhalten
Einzelgängerisch; ausgeprägter sexueller Kannibalismus, bei dem das Weibchen das Männchen oft unmittelbar nach oder während der Paarung frisst.
Ernährung
Insektenfresser; ernährt sich primär von Heuschrecken, Bienen, Wespen und Fliegen, die sich im Radnetz verfangen.
Jagdstrategie
Lauerjäger im Radnetz; Beute wird durch Vibrationen lokalisiert, mit Gift gelähmt und extrem schnell in Spinnseide eingewickelt.
Laichsubstrat
Der bräunliche, krugförmige Eikokon wird meist in der Krautschicht an Gräsern oder niedrigen Sträuchern befestigt.
Überwinterung
Die adulten Spinnen sterben im Herbst; die Art überwintert als Ei bzw. frisch geschlüpfte Jungspinne in einem gut isolierten Kokon.
Ökologie
Ökologische Rolle
Wichtiger Prädator zur Regulation von Insektenpopulationen, insbesondere von Springschrecken in Wiesenökosystemen.
Natürliche Feinde
Vögel, Eidechsen, Wegwespen sowie spezialisierte Schlupfwespen, die die Eikokons parasitieren.
Konkurrenzarten
Andere große Radnetzspinnen wie die Gartenkreuzspinne (Araneus diadematus) bei überlappenden Habitaten.
Ökosystemleistung
Natürliche Schädlingskontrolle in landwirtschaftlich genutzten Wiesen und Brachen.
Bedrohungen
Intensive Landwirtschaft, häufige Mahd von Grünland, Verlust von strukturreichen Brachflächen und Pestizideinsatz.
Wissenschaftlicher Steckbrief
Steckbrief
Erkennungsmerkmale
Charakteristisches vertikales Zickzack-Band (Stabilimentum) in der Mitte des Radnetzes. Weibchen sind durch ihre Größe und Zeichnung unverwechselbar. Männchen sind wesentlich kleiner und bräunlich gefärbt.
Lebensraum
Offene, sonnige Standorte mit hoher Krautschicht, insbesondere extensiv genutztes Grünland, Trockenrasen, Feuchtwiesen und Brachen.
Rolle im Nahrungsnetz
Wichtiger Prädator für Insektenpopulationen; dient selbst als Nahrung für Vögel, Eidechsen und spezialisierte Schlupfwespen.
Schutz & Bedrohung
Hauptbedrohungen
Intensivierung der Landwirtschaft (häufige Mahd), Verlust von Saumstrukturen und Brachflächen durch Bebauung oder Verbuschung.
Bestandstrend
Stark zunehmend; die Art breitet sich infolge der Klimaerwärmung seit den 1970er Jahren massiv nach Norden und Osten in Europa aus.