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Pilz

Langsporiger Wasserpilz

Anguillospora longissima

RL NE🔬 Zeigerart

Anguillospora longissima ist ein weit verbreiteter aquatischer Hyphomyzet, der vor allem in sauberen, gut belüfteten Fließgewässern vorkommt. Er besiedelt vorwiegend untergetauchtes, verrottendes Laub von Laubbäumen und spielt eine entscheidende Rolle beim Abbau von organischem Material. Durch die enzymatische Aufbereitung des Laubs macht er dieses für Makroinvertebraten wie Bachflohkrebse nahrhafter. Seine charakteristischen, langen und gebogenen Konidien sind eine morphologische Anpassung an die Strömung, um die Anheftung an neue Substrate zu erleichtern.

Details

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Erkennungsmerkmale

Mikroskopisch erkennbare, fadenförmige und meist s-förmig oder sigmoid gebogene Konidien mit einer Länge von 150 bis 350 µm.

🍽️

Ernährung

Saprotrophe Lebensweise; der Pilz schließt Zellulose, Hemizellulose und Lignin aus untergetauchtem Laub auf.

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Überwinterung

Überdauerung als Myzel im Substrat oder durch die Produktion von Sporen auch bei niedrigen Temperaturen.

Ökologie

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Ökologische Rolle

Primärzersetzer; wandelt terrestrisches organisches Material in aquatische Biomasse um und konditioniert Laub für Konsumenten.

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Natürliche Feinde

Detritivore Makroinvertebraten (Zerkleinerer) wie Flohkrebse und Larven von Steinfliegen oder Köcherfliegen.

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Konkurrenzarten

Andere aquatische Hyphomyzeten wie Articulospora tetracladia oder Tetrachaetum elegans.

🌟

Ökosystemleistung

Nährstoffrecycling, Selbstreinigung von Gewässern und Bereitstellung der Nahrungsgrundlage für das aquatische Nahrungsnetz.

⚠️

Bedrohungen

Eutrophierung, chemische Verschmutzung (insbesondere Fungizide), Versauerung der Gewässer und Verlust von Ufergehölzen.

Wissenschaftlicher Steckbrief

Steckbrief

Familie
Amniculicolaceae

Erkennungsmerkmale

Charakteristisch sind die sehr langen, sigmoidalen (S-förmigen) Konidien, die eine Länge von 150 bis 350 µm erreichen können. Sie sind mehrfach septiert und an der Basis verjüngt (Ingoldian Fungi).

Lebensraum

Kühle, gut durchlüftete, meist oligotrophe bis mesotrophe Bäche und Flüsse mit vorhandenem Ufergehölz.

Fortpflanzung

Asexuelle Vermehrung durch die Produktion von makroskopisch nicht sichtbaren Konidien (Mitosporische Stadien).

Schutz & Bedrohung

IUCN Rote-Liste-StatusNicht bewertet (NE)
LC
NT
VU
EN
CR
EW
EX

Status nicht auf Standardskala

Hauptbedrohungen

Gewässerverschmutzung, Eutrophierung (Stickstoff-/Phosphoreintrag), Versauerung, Verlust von Ufergehölzen und Klimawandel.

Schutzmaßnahmen

Schutz und Renaturierung von Fließgewässern, Erhalt von Uferrandstreifen mit standortheimischen Laubbäumen, Reduktion von Düngemitteleinträgen.

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