Langsporiger Wasserpilz
Anguillospora longissima
Anguillospora longissima ist ein weit verbreiteter aquatischer Hyphomyzet, der vor allem in sauberen, gut belüfteten Fließgewässern vorkommt. Er besiedelt vorwiegend untergetauchtes, verrottendes Laub von Laubbäumen und spielt eine entscheidende Rolle beim Abbau von organischem Material. Durch die enzymatische Aufbereitung des Laubs macht er dieses für Makroinvertebraten wie Bachflohkrebse nahrhafter. Seine charakteristischen, langen und gebogenen Konidien sind eine morphologische Anpassung an die Strömung, um die Anheftung an neue Substrate zu erleichtern.
Details
Erkennungsmerkmale
Mikroskopisch erkennbare, fadenförmige und meist s-förmig oder sigmoid gebogene Konidien mit einer Länge von 150 bis 350 µm.
Ernährung
Saprotrophe Lebensweise; der Pilz schließt Zellulose, Hemizellulose und Lignin aus untergetauchtem Laub auf.
Überwinterung
Überdauerung als Myzel im Substrat oder durch die Produktion von Sporen auch bei niedrigen Temperaturen.
Ökologie
Ökologische Rolle
Primärzersetzer; wandelt terrestrisches organisches Material in aquatische Biomasse um und konditioniert Laub für Konsumenten.
Natürliche Feinde
Detritivore Makroinvertebraten (Zerkleinerer) wie Flohkrebse und Larven von Steinfliegen oder Köcherfliegen.
Konkurrenzarten
Andere aquatische Hyphomyzeten wie Articulospora tetracladia oder Tetrachaetum elegans.
Ökosystemleistung
Nährstoffrecycling, Selbstreinigung von Gewässern und Bereitstellung der Nahrungsgrundlage für das aquatische Nahrungsnetz.
Bedrohungen
Eutrophierung, chemische Verschmutzung (insbesondere Fungizide), Versauerung der Gewässer und Verlust von Ufergehölzen.
Wissenschaftlicher Steckbrief
Steckbrief
Erkennungsmerkmale
Charakteristisch sind die sehr langen, sigmoidalen (S-förmigen) Konidien, die eine Länge von 150 bis 350 µm erreichen können. Sie sind mehrfach septiert und an der Basis verjüngt (Ingoldian Fungi).
Lebensraum
Kühle, gut durchlüftete, meist oligotrophe bis mesotrophe Bäche und Flüsse mit vorhandenem Ufergehölz.
Fortpflanzung
Asexuelle Vermehrung durch die Produktion von makroskopisch nicht sichtbaren Konidien (Mitosporische Stadien).
Schutz & Bedrohung
Status nicht auf Standardskala
Hauptbedrohungen
Gewässerverschmutzung, Eutrophierung (Stickstoff-/Phosphoreintrag), Versauerung, Verlust von Ufergehölzen und Klimawandel.
Schutzmaßnahmen
Schutz und Renaturierung von Fließgewässern, Erhalt von Uferrandstreifen mit standortheimischen Laubbäumen, Reduktion von Düngemitteleinträgen.