Gemeine Sandbiene
Andrena flavipes
Die Gemeine Sandbiene ist eine solitäre Wildbiene, die durch ihre auffälligen hellen Haarbinden am Hinterleib und die gelblich-rote Behaarung der Hinterbeine gekennzeichnet ist. Sie ist bivoltin, was bedeutet, dass sie zwei Generationen im Jahr bildet – eine im Frühjahr und eine im Sommer. Als Generalist besucht sie eine Vielzahl verschiedener Blütenpflanzen und nistet oft in großen Aggregationen in selbstgegrabenen Erdgängen.

Details
Erkennungsmerkmale
Hinterleib mit dichten, weißlich-gelben Haarbinden; Weibchen mit rötlich-gelber Schienbeinstreubürste; Thoraxrücken braun behaart.
Sozialverhalten
Solitär, bildet jedoch häufig sehr große Nestaggregationen (Kolonien) an günstigen Standorten.
Ernährung
Polylektisch; nutzt Pollen von über 10 Pflanzenfamilien, darunter Asteraceae, Brassicaceae, Rosaceae und Salicaceae.
Laichsubstrat
Sonnige, schwach bewachsene Flächen mit sandigem oder lehmigem Boden.
Überwinterung
Die zweite Generation überwintert als fertiges Insekt (Imago) in der unterirdischen Brutzelle.
Ökologie
Ökologische Rolle
Wichtiger Bestäuber für eine Vielzahl von Wild- und Nutzpflanzen im Frühjahr und Sommer.
Natürliche Feinde
Kuckucksbienen (z. B. Nomada fucata), Wollschweber, räuberische Käferlarven und Vögel.
Konkurrenzarten
Andere bodennistende Bienenarten bei Konkurrenz um Nistplätze oder begrenzte Nahrungsressourcen.
Ökosystemleistung
Sicherung der Fortpflanzung zahlreicher Pflanzenarten durch Bestäubung in Gärten, Wiesen und Agrarlandschaften.
Bedrohungen
Flächenversiegelung, Verlust von Brachflächen, intensiver Pestizideinsatz und häufiges Mähen von Blühflächen.
Wissenschaftlicher Steckbrief
Steckbrief
Erkennungsmerkmale
Andrena flavipes zeichnet sich durch Doppelbinden auf den Tergiten 2 bis 4 aus (eine schmale Binde an der Basis, eine breite am Ende), wobei die Basisbinden oft abgerieben sein können. Die Endbinden sind jedoch stets sehr deutlich und nicht unterbrochen. Die Fransen am Ende des Hinterleibs (Analfranse) sind bei Weibchen hellbraun bis gelblich.
Lebensraum
Sehr anpassungsfähig: Trockenrasen, Sand- und Lehmgruben, Waldränder, Gärten, Parks und sogar im urbanen Bereich auf gepflasterten Wegen mit Fugen.
Schutz & Bedrohung
Hauptbedrohungen
Flächenversiegelung im Siedlungsbereich, intensive Landwirtschaft (Pestizideinsatz), Verlust von Offenbodenstellen durch Verbuschung oder dichte Begrünung.
Bestandstrend
Stabil; die Art gilt in Deutschland und Mitteleuropa als eine der häufigsten und am weitesten verbreiteten Sandbienenarten.
Schutzmaßnahmen
Förderung von Blühstreifen, Erhalt von offenen Bodenstellen in Gärten und Parks, Verzicht auf Insektizide, Schutz von Sandgruben vor Verfüllung.