Punktierte Ruderwanze
Corixa punctata
Die Punktierte Ruderwanze erreicht eine Körperlänge von bis zu 15 mm und ist damit der größte Vertreter der Corixidae in Europa. Sie besitzt einen abgeflachten, dunkelbraunen Körper mit feinen, gelben Querbänderungen auf dem Halsschild und den Flügeldecken. Als Luftatmer trägt sie einen silbrig glänzenden Luftvorrat an der Körperunterseite und unter den Flügeln mit sich, der es ihr ermöglicht, lange Zeit unter Wasser zu bleiben.
Details
Erkennungsmerkmale
Größe 12-15 mm, Halsschild mit 16-20 gelben Querlinien, Hinterbeine als behaarte Ruderbeine ausgebildet, Krallen der Mittelbeine kürzer als die Schienen.
Sozialverhalten
Überwiegend einzelgängerisch, bildet jedoch oft dichte Populationen; Männchen locken Weibchen durch Zirplaute an.
Ernährung
Allesfresser; die Nahrung besteht aus Algen, Detritus sowie kleinen wirbellosen Tieren wie Mückenlarven oder Plankton.
Jagdstrategie
Sammelt Nahrungsteilchen vom Grund oder von Pflanzenoberflächen mit den Vorderbeinen auf und saugt diese aus.
Laichsubstrat
Unterwasserpflanzen, an denen die Eier einzeln angeheftet werden.
Überwinterung
Überwintert als adultes Tier im Wasser, oft im Schlamm oder zwischen Pflanzenresten, und bleibt auch bei niedrigen Temperaturen aktiv.
Ökologie
Ökologische Rolle
Wichtiger Primär- und Sekundärkonsument; dient als bedeutende Nahrungsquelle für Fische und Wasservögel.
Natürliche Feinde
Raubfische, Rückenschwimmer, Gelbrandkäfer, Libellenlarven, Wasservögel.
Konkurrenzarten
Andere Ruderwanzenarten wie Sigara-Arten oder Notonecta-Arten (Rückenschwimmer).
Ökosystemleistung
Trägt zur Algenkontrolle und zum Nährstoffkreislauf in Kleingewässern bei.
Bedrohungen
Verlust von Kleingewässern durch Verfüllung oder Austrocknung, Pestizideintrag aus der Landwirtschaft, Überbesatz mit Fischen.
Wissenschaftlicher Steckbrief
Steckbrief
Erkennungsmerkmale
Mit 12-15 mm die größte heimische Corixiden-Art. Das Pronotum weist 16-20 gelbe Querlinien auf. Die mittleren Schienen (Tibien) sind deutlich kürzer als die Tarsen inklusive der Klauen. Männchen besitzen charakteristische Kämme (Palae) an den Vorderbeinen.
Rolle im Nahrungsnetz
Wichtiger Konsument von Primärproduzenten und Detritus; dient als Beute für größere aquatische Prädatoren.
Schutz & Bedrohung
Hauptbedrohungen
Verlust von Kleingewässern durch Zuschüttung oder Austrocknung; übermäßiger Fischbesatz; starke chemische Belastung durch Pestizide.
Bestandstrend
Stabil; weit verbreitet und häufig in Mitteleuropa.
Schutzmaßnahmen
Erhalt und Neuanlage von vegetationsreichen Kleingewässern; Verzicht auf Fischbesatz in Tümpeln; Pufferzonen zur Landwirtschaft.