Österreichischer Prachtbecherling
Sarcoscypha austriaca
Der Österreichische Prachtbecherling ist ein saprobiontischer Pilz, der durch seine scharlachrote, glatte Innenseite und die hellere, filzige Außenseite auffällt. Er wächst meist gesellig auf am Boden liegenden, oft vergrabenen Ästen von Laubbäumen wie Weiden oder Erlen. Die Fruchtkörper erscheinen bereits bei Schneeschmelze und gehören zu den ersten Farbtupfern im Frühjahr.

Details
Erkennungsmerkmale
Leuchtend rote Becherform; Außenseite weißlich-rosa und fein behaart; mikroskopisch durch korkenzieherartig gekrümmte Haare gekennzeichnet.
Sozialverhalten
Wächst meist gesellig in Gruppen (gregär).
Ernährung
Saprobiontisch; zersetzt totes Holz von Laubbäumen, insbesondere Weide, Erle, Ahorn und Robinie.
Überwinterung
Fruchtkörperbildung findet während der Wintermonate und im zeitigen Frühjahr statt.
Ökologie
Ökologische Rolle
Wichtiger Primärzersetzer von Totholz in feuchten Ökosystemen; fördert den Nährstoffkreislauf.
Natürliche Feinde
Schnecken und verschiedene Insektenlarven.
Konkurrenzarten
Andere Prachtbecherlinge wie Sarcoscypha coccinea oder Sarcoscypha jurana.
Ökosystemleistung
Abbau von Lignin und Cellulose; trägt zur Bodenbildung bei.
Bedrohungen
Entwässerung von Feuchtgebieten, intensive Forstwirtschaft und Entfernung von liegendem Totholz.
Wissenschaftlicher Steckbrief
Steckbrief
Erkennungsmerkmale
Mikroskopisch durch stark gekräuselte Haare auf der Außenseite und elliptische Sporen (25-35 x 12-15 µm) mit oft abgeflachten Enden und zahlreichen kleinen Öltropfen gekennzeichnet. Makroskopisch kaum von S. coccinea unterscheidbar.
Lebensraum
Feuchte Laubwälder, Auwälder, Bachufer und schattige Gräben, bevorzugt auf kalkhaltigen oder neutralen Böden mit hoher Luftfeuchtigkeit.
Fortpflanzung
Sexuelle Fortpflanzung über Ascosporen, die in achtsporigen Asci gebildet und bei Reife aktiv in die Luft ausgestoßen werden.