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Fisch

Karpfen

Cyprinus carpio

RL VU🔬 Zeigerart🦅 Wanderart

Der Karpfen ist ein robuster Süßwasserfisch mit einer charakteristischen langen Rückenflosse und vier Barteln am oberständigen Maul. Er bevorzugt warme, stehende oder langsam fließende Gewässer mit schlammigem Grund und reichem Pflanzenwuchs. Ursprünglich in Europa und Asien heimisch, wurde er weltweit in zahlreichen Zuchtformen wie Spiegel-, Leder- oder Zeilkarpfen verbreitet. Er ist bekannt für seine Langlebigkeit und seine Fähigkeit, auch in sauerstoffarmen Gewässern zu überleben.

Details

👁️

Erkennungsmerkmale

Vier Barteln (zwei kurze auf der Oberlippe, zwei längere in den Mundwinkeln), lange Rückenflosse mit gesägtem erstem Strahl, große Schuppen (bei Wildform), endständiges bis leicht unterständiges Rüsselmaul.

🐠

Sozialverhalten

Gesellig; bildet vor allem als Jungfisch Schulen, während ältere Individuen oft in kleineren Trupps leben.

🍽️

Ernährung

Omnivorer Bodentierfresser; ernährt sich von Insektenlarven, Schnecken, Würmern und kleinen Krebstieren sowie pflanzlichem Material.

🎯

Jagdstrategie

Gründeln; das Sediment wird mit dem vorstülpbaren Maul nach fressbaren Organismen durchwühlt und eingesaugt.

🥚

Laichsubstrat

Wasserpflanzen in flachen, sonnendurchfluteten Uferbereichen (phytophiler Laicher).

❄️

Überwinterung

Winterstarre/Ruhezustand in tieferen Gewässerzonen bei minimalem Stoffwechsel.

Ökologie

🌍

Ökologische Rolle

Bedeutender Konsument im Benthos; beeinflusst durch das Wühlen im Boden die Nährstofffreisetzung und die Wassertrübung.

🦅

Natürliche Feinde

Hecht, Wels, Zander, Kormoran, Fischotter (hauptsächlich Jungfische).

⚔️

Konkurrenzarten

Brachse (Abramis brama), Schleie (Tinca tinca) aufgrund ähnlicher Nahrungsspektren.

🌟

Ökosystemleistung

Wichtiger Speisefisch in der Teichwirtschaft; trägt zur biologischen Kontrolle von Makrozoobenthos bei.

⚠️

Bedrohungen

Verlust von natürlichen Überschwemmungsgebieten, Gewässerverbauung, Krankheiten (z.B. Koi-Herpesvirus) und Hybridisierung der Wildform.

Wissenschaftlicher Steckbrief

Morphologie & Identifikation

Familie
Karpfenfische (Cyprinidae)
Körperlänge
35 – 120 cm
Maximalgröße
120
Gewicht
2 – 40 kg
Maximalgewicht
45
Lebenserwartung
15 – 50 years
Körperform
Gestreckt bis hochrückig und seitlich leicht abgeflacht. Die Wildform (Cyprinus carpio carpio) ist deutlich schlanker und torpedoförmiger als die meist hochrückigen Zuchtformen (Spiegel-, Leder-, Zeilkarpfen).
Schuppenformel
35-39 (LL)
Flossenformel
D III-IV/17-22, A III/5, P I/15-16, V II/8-9

Färbung

Rücken olivgrün bis bräunlich, Flanken goldgelb bis kupferfarben glänzend, Bauchseite weißlich bis gelblich. Flossen oft mit rötlichem Schimmer, besonders die After- und Schwanzflosse.

Erkennungsmerkmale

Vier Barteln am oberständigen, rüsselartig vorstülpbaren Maul (zwei kurze auf der Oberlippe, zwei längere in den Mundwinkeln). Lange Rückenflosse mit einem kräftigen, hinten gesägten Hartstrahl (Stachelstrahl).

Verwechslungsarten

Karausche (Carassius carassius - keine Barteln, nach außen gewölbte Rückenflosse), Giebel (Carassius gibelio - keine Barteln, silbriger), Graskarpfen (Ctenopharyngodon idella - kurzerer Rückenflossenansatz).

Geschlechtsdimorphismus

Männchen (Milchner) entwickeln zur Laichzeit einen feinkörnigen Laichausschlag am Kopf und an den Innenseiten der Brustflossen; Weibchen (Rogner) sind meist fülliger.

Habitat & Lebensraum

Tiefenbereich
0.5 – 30 m
Temperaturbereich
3 – 32 °C
pH-Bereich
6.5 – 9 pH

Fischregion

Brachsenregion (Potamal)

Bevorzugte Zone

Benthal bis Pelagial; bevorzugt warme, flache und pflanzenreiche Uferzonen in stehenden oder langsam fließenden Gewässern.

Strömungspräferenz

limnophil (bevorzugt stehende Gewässer, toleriert schwache Strömung)

Substratpräferenz

Weichböden (Schlamm, Sand) mit reichem Makrophytenbewuchs.

Sauerstoffbedarf

Gering; sehr tolerant gegenüber hypoxischen Bedingungen (euryox).

Migration

Migrationstyp
Potamodrom (Süßwasser-Wanderer)
Wanderdistanz
1 – 60 km

Wanderverhalten

Kurzdistanzwanderungen innerhalb von Flusssystemen zu geeigneten Laichhabitaten (überschwemmte Wiesen, Flachwasser).

Fortpflanzung

LaichzeitMai – Jul
J
F
M
A
M
J
J
A
S
O
N
D
Laichtemperatur
17 – 22 °C
Eizahl
100000 – 1000000 eggs
Eigröße
1 – 1.5 mm
Brutdauer (Tage)
3 – 6 days
Geschlechtsreife (Jahre)
3 – 5 years

Laichsubstrat

Phytophil; Eier werden an Wasserpflanzen oder überflutete Vegetation abgegeben.

Larvalphase

Nach dem Schlüpfen heften sich die Larven mit Klebedrüsen an Pflanzen, bis der Dottersack aufgezehrt ist; danach Übergang zur planktivoren Lebensweise.

Brutpflege

Keine

Ernährung

Aktivität
Dämmerungsaktiv

Ernährungstyp

Omnivor (Allesfresser)

Nahrung Jungfische

Hauptsächlich Zooplankton (Rotatorien, Cladoceren, Copepoden).

Nahrung erwachsen

Benthische Invertebraten (Chironomidenlarven, Tubificiden, Mollusken), Detritus und gelegentlich Wasserpflanzen.

Jagdstrategie

Gründelnd; das Sediment wird mit dem vorstülpbaren Maul nach Nahrung durchsiebt (Bioturbation).

Schwarmverhalten

Gesellig; bildet besonders als Jungfisch Schulen, im Alter eher in kleinen Gruppen.

Ökologische Bedeutung

Saprobie-Wert
2.4

Rolle im Nahrungsnetz

Sekundärkonsument; bedeutender Modifikator des Ökosystems durch Wühlen im Sediment (erhöht Trübung und Nährstofffreisetzung).

Natürliche Feinde

Hecht, Wels, Zander, Kormoran, Fischotter (vor allem für juvenile Stadien).

Konkurrenten

Brachse (Abramis brama), Giebel (Carassius gibelio), Schleie (Tinca tinca).

Parasiten

Lernaea cyprinacea (Ankerwurm), Argulus foliaceus (Fischlaus), Dactylogyrus spp. (Kiemenwürmer), Koi-Herpesvirus (KHV).

Bioindikator-Funktion

Indikator für eutrophe bis hypertrophe Gewässerzustände; Zeiger für hohe organische Belastung.

Fischerei & Recht

Mindestmaß (cm)
35

Fischereiliche Regelung

Unterliegt den jeweiligen Landesfischereigesetzen; oft Mindestmaße und regionale Schonzeiten.

Schonzeit

Regional unterschiedlich (oft keine oder April bis Juni).

Wirtschaftliche Nutzung

Weltweit einer der wichtigsten Speisefische in der Aquakultur (Teichwirtschaft); hohe Bedeutung für den Angelsport.

Schutz & Bedrohung

IUCN Rote-Liste-StatusGefährdet (VU)
LC
NT
VU
EN
CR
EW
EX

Hauptbedrohungen

Für die Wildform: Hybridisierung mit Zuchtformen, Flussverbauung und Verlust von Überschwemmungsflächen, Gewässerverschmutzung.

Bestandstrend

Wildpopulationen (z.B. Donaukarpfen) stark gefährdet und abnehmend; Zuchtformen weltweit verbreitet und oft invasiv.

Schutzmaßnahmen

Schutz und Renaturierung von Auenhabitaten, Erhalt genetisch reiner Wildpopulationen, Management von Besatzmaßnahmen.

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