Europäischer Wels
Silurus glanis
Der Europäische Wels ist ein großwüchsiger Raubfisch mit einem langgestreckten, schuppenlosen Körper und einem breiten, flachen Kopf. Er zeichnet sich durch zwei sehr lange Barteln am Oberkiefer und vier kürzere am Unterkiefer aus, die als Sinnesorgane dienen. Seine Färbung variiert von dunkelgrau bis olivgrün, oft mit einer helleren, marmorierten Flanke und einem weißlichen Bauch.

Details
Erkennungsmerkmale
Schuppenloser Körper, sehr lange Afterflosse, zwei lange Barteln am Oberkiefer, vier kurze am Unterkiefer, kleiner Augendurchmesser.
Sozialverhalten
Überwiegend einzelgängerisch und territorial, bildet jedoch in der kalten Jahreszeit manchmal Gruppen in tiefen Gumpen.
Ernährung
Opportunistischer Fleischfresser; ernährt sich von Fischen, Krebstieren, Amphibien, Wasservögeln und kleinen Säugetieren.
Jagdstrategie
Lauerjäger und aktiver Nachtjäger, der Beute durch plötzliches Öffnen des Mauls einsaugt (Saug-Schnapp-Mechanismus).
Laichsubstrat
Pflanzenwurzeln (insb. Weidenwurzeln), Wasserpflanzen oder vom Männchen vorbereitete flache Gruben.
Überwinterung
Winterruhe in tiefen, strömungsarmen Gewässerabschnitten bei stark reduziertem Stoffwechsel.
Ökologie
Ökologische Rolle
Spitzenprädator im aquatischen Ökosystem; reguliert Bestände von Weißfischen und beseitigt kranke Tiere.
Natürliche Feinde
Jungtiere werden von Hechten, Zandern oder Fischottern gefressen; ausgewachsene Welse haben kaum natürliche Feinde.
Konkurrenzarten
Hecht und Zander (vor allem im Jugendstadium bezüglich Nahrung und Lebensraum).
Ökosystemleistung
Biologische Kontrolle von invasiven Fischarten und Beitrag zum Nährstoffkreislauf.
Bedrohungen
Gewässerverbauung, Verlust von Überschwemmungsflächen als Laichhabitat und chemische Wasserbelastung.
Wissenschaftlicher Steckbrief
Morphologie & Identifikation
Färbung
Dunkle Oberseite (olivgrün bis schwarzblau), marmorierte Flanken, weißlich-gelber Bauch.
Erkennungsmerkmale
Sechs Barteln (2 lange am Oberkiefer, 4 kurze am Unterkiefer); sehr kleine Rückenflosse; extrem lange Afterflosse.
Verwechslungsarten
Zwergwels (Ameiurus melas) und Katzenwels (Ameiurus nebulosus) – diese besitzen 8 Barteln und eine Fettflosse.
Geschlechtsdimorphismus
Männchen oft kleiner und früher geschlechtsreif; Genitalpapille beim Männchen schmaler.
Habitat & Lebensraum
Fischregion
Brachsenregion (Metapotamal) sowie Seen und Haffe.
Bevorzugte Zone
Benthal (bodenorientiert).
Strömungspräferenz
Limnophil bis schwach rheophil.
Substratpräferenz
Schlamm, Sand, Totholz, dichte Vegetation.
Sauerstoffbedarf
Gering; tolerant gegenüber niedrigen Sauerstoffgehalten (3,0-3,5 mg/L).
Migration
Wanderverhalten
Kurze Wanderungen zu Laichplätzen in flachen, bewachsenen Uferzonen.
Fortpflanzung
Laichsubstrat
Pflanzennester (Phytophil); Wurzelgeflecht von Weiden oder Schilf.