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Vogel

Blässhuhn

Fulica atra

RL LC§ Geschützt🔬 Zeigerart🦅 Wanderart

Das Blässhuhn ist ein mittelgroßer Wasservogel aus der Familie der Rallenvögel. Es zeichnet sich durch ein fast vollständig schwarzes Gefieder und eine kontrastierende weiße Stirnplatte sowie einen weißen Schnabel aus. Die Füße besitzen auffällige Schwimmlappen anstelle von durchgehenden Schwimmhäuten. Es bewohnt stehende oder langsam fließende Gewässer mit ausgeprägten Schilfgürteln.

Details

👁️

Erkennungsmerkmale

Schwarzes Gefieder, weißer Schnabel, weiße Stirnplatte (Blesse), rote Iris, graue Beine mit großen Schwimmlappen.

🐠

Sozialverhalten

Während der Brutzeit extrem territorial und aggressiv gegenüber Artgenossen; im Winter sehr gesellig in großen Gruppen.

🍽️

Ernährung

Allesfresser; hauptsächlich Wasserpflanzen (Algen, Laichkräuter), aber auch Insekten, Schnecken, Muscheln und gelegentlich Abfälle in Parks.

🎯

Jagdstrategie

Gründeln an der Oberfläche, kurzes Tauchen (bis ca. 2-5m) und Abweiden von Landvegetation.

🥚

Laichsubstrat

Nistplattform aus abgestorbenen Pflanzenteilen im Röhricht oder auf schwimmenden Vegetationsmatten.

❄️

Überwinterung

Überwinterung auf eisfreien Binnengewässern oder in geschützten Küstenbereichen.

Ökologie

🌍

Ökologische Rolle

Wichtiger Konsument von Makrophyten; dient als Beute für größere Greifvögel und Raubsäuger.

🦅

Natürliche Feinde

Seeadler, Rohrweihe, Fuchs, Wanderratte (Eier), Hecht (Küken).

⚔️

Konkurrenzarten

Teichhuhn (Gallinula chloropus), verschiedene Entenarten (Anatidae) bei der Nahrungssuche.

🌟

Ökosystemleistung

Regulierung der aquatischen Vegetation und Nährstofftransfer zwischen Wasser und Land.

⚠️

Bedrohungen

Zerstörung von Ufervegetation, Störungen durch Wassersport, Prädation durch invasive Arten wie den Mink.

Wissenschaftlicher Steckbrief

Morphologie & Identifikation

Familie
Rallen
Ordnung
Kranichvögel
Körperlänge
36 – 39 cm
Flügelspannweite
70 – 80 cm
Gewicht
600 – 1200 g
Lebenserwartung
5 – 20 years
Beinfarbe
Grünlich-grau bis schiefergrau, oft mit einem orangefarbenen oder gelblichen Band oberhalb des Intertarsalgelenks.

Brutkleid

Schiefergrau bis rußschwarz, Kopf und Hals meist etwas dunkler. Markante weiße Stirnplatte (Blesse) und leuchtend rote Iris.

Schlichtkleid

Ähnlich wie Prachtkleid, jedoch ist die weiße Stirnplatte oft etwas reduziert und die Färbung insgesamt matter.

Jugendkleid

Graubraunes Gefieder mit hellerer, weißlicher Kehle und Vorderbrust. Die weiße Stirnplatte fehlt oder ist nur ansatzweise vorhanden; Schnabel dunkel.

Geschlechtsdimorphismus

Gering ausgeprägt; Männchen sind im Durchschnitt etwas schwerer und besitzen eine geringfügig größere Stirnplatte als Weibchen.

Erkennungsmerkmale

Reinweißer Schnabel und Stirnplatte; gelappte Zehen (Schwimmlappen) statt durchgehender Schwimmhäute; charakteristisches Kopfnicken beim Schwimmen.

Verwechslungsarten

Teichhuhn (Gallinula chloropus), welches eine rote Stirnplatte, eine gelbe Schnabelspitze und eine weiße Flankenlinie aufweist.

Schnabel

Kräftig, konisch geformt und reinweiß, nahtlos in die weiße Stirnplatte übergehend.

Stimme

Rufaktivität
Ganzjährig, mit einem deutlichen Höhepunkt während der Revieretablierung und Balz im Vorfrühling (März/April).

Gesang

Kein melodischer Gesang; stattdessen eine Serie von rhythmischen, oft metallischen Rufen.

Rufe

Vielseitiges Repertoire: explosives 'pitt', hartes 'kick' oder bellendes 'kow'. Weibchen rufen oft nasal 'kev'.

Verbreitung & Migration

Zugverhalten
Teilzieher
Ankunft (Monate)Feb – Mär
J
F
M
A
M
J
J
A
S
O
N
D
Abzug (Monate)Okt – Nov
J
F
M
A
M
J
J
A
S
O
N
D

Brutverbreitung

Weit verbreitet über Eurasien (von Westeuropa bis Japan), Nordafrika sowie Australien und Neuseeland.

Überwinterungsgebiet

Teilzieher; Populationen aus Nord- und Osteuropa ziehen nach West- und Südeuropa oder Nordafrika. In Mitteleuropa oft Standvogel.

Zugverhalten Details

In Mitteleuropa überwiegend Standvogel; bei anhaltendem Frost erfolgen Ausweichbewegungen auf eisfreie Gewässer (Fluchtzieher).

Habitat

Reviergröße
Variabel je nach Habitatqualität; oft zwischen 500 und 2500 m² pro Brutpaar, wird aggressiv verteidigt.

Bruthabitat

Eutrophe Stillgewässer (Seen, Teiche) oder langsam fließende Flüsse mit ausgeprägter Ufervegetation und Schilfgürteln.

Nahrungshabitat

Offene Wasserflächen zur Nahrungssuche durch Tauchen; schlammige Ufer und angrenzende Grünflächen zum Grasen.

Brutbiologie

BrutzeitMär – Jul
J
F
M
A
M
J
J
A
S
O
N
D
Neststandort
Schwimmnest
Gelegegröße
6 – 10 eggs
Bruten pro Jahr
1 – 2 broods
Brutdauer (Tage)
21 – 24 days
Nestlingszeit (Tage)
55 – 60 days

Nestbau

Großer Bau aus Schilfhalmen, Binsen und Wasserpflanzen; meist im Röhricht verankert oder als schwimmende Plattform konstruiert.

Eier

Rahmgelb bis hellgrau mit gleichmäßiger, feiner schwarzbrauner Punktierung.

Brutpflege

Beide Elternteile füttern die Nestflüchter; nach etwa 4 Tagen verlassen die Jungen das Nest und werden oft auf die Eltern aufgeteilt.

Ernährung & Verhalten

Aktivität
Tagaktiv

Nahrung Brutzeit

Omnivor: Überwiegend Wasserpflanzen (Algen, Laichkräuter), aber auch Insekten, Schnecken, Muscheln und gelegentlich kleine Fische.

Nahrung Winter

Primär vegetarisch: Wasserpflanzen, Gräser und Algen; in urbanen Gebieten auch anthropogene Quellen wie Brot.

Nahrungserwerb

Tauchen (bis ca. 2m Tiefe), Gründeln, Picken von der Wasseroberfläche und Grasen an Land.

Jagdstrategie

Opportunistischer Allesfresser; nutzt sowohl aquatische als auch terrestrische Nahrungsquellen je nach Verfügbarkeit.

Sozialverhalten

Während der Brutzeit streng territorial; im Winter hochgradig gesellig, bildet oft Trupps von mehreren tausend Individuen.

Schwarmverhalten

Bildung großer Ansammlungen auf eisfreien Seen im Winter; gemeinschaftliches Auffliegen bei Gefahr unter lautem Geplätscher.

Schutz & Bedrohung

IUCN Rote-Liste-StatusNicht gefährdet (LC)
LC
NT
VU
EN
CR
EW
EX

Hauptbedrohungen

Verlust von Schilfbeständen durch Uferverbauung, Störungen durch Wassersport, Prädation durch invasive Arten (z.B. Mink) und Botulismus.

Bestandstrend

Stabil; in einigen Regionen Mitteleuropas gibt es jedoch lokale Rückgänge durch Habitatverlust und sinkende Wasserqualität.

Schutzmaßnahmen

Schutz und Renaturierung von Röhrichtzonen, Einrichtung von Ruhezonen an Gewässern und Erhalt der Wasserqualität.

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