Rote Kryptomonade
Rhodomonas spp.
Die Rote Kryptomonade ist ein einzelliger Flagellat, der durch das Pigment Phycoerythrin eine markante rötliche Farbe besitzt. Sie gehört zur Gruppe der Cryptophyceae und ist ein wesentlicher Bestandteil des marinen und limnischen Phytoplanktons. Die Zellen sind meist oval und verfügen über zwei ungleich lange Geißeln zur Fortbewegung. Aufgrund ihres hohen Gehalts an Omega-3-Fettsäuren stellen sie eine extrem hochwertige Nahrungsquelle für das Zooplankton dar.
Details
Sauerstoffproduktion
Erheblicher Beitrag zur Sauerstoffsättigung in der euphotischen Zone stehender und fließender Gewässer.
Habitatfunktion
Bildet die Nahrungsgrundlage für das Überleben von Fischlarven in kritischen Entwicklungsstadien.
Nährstoffaufnahme
Effiziente Aufnahme von anorganischem Stickstoff und Phosphat zur Biomassebildung.
Nahrungsquelle für
Zooplankton, Kleinkrebse und Fischlarven.
Nutzung durch Menschen
Wird in großem Stil in der Aquakultur als hochwertiges Lebendfutter für die Aufzucht von Speisefischen und Garnelen gezüchtet.
Ökologie
Ökologische Rolle
Wichtiger Primärproduzent und Bindeglied zwischen gelösten Nährstoffen und höheren trophischen Ebenen im pelagischen Nahrungsnetz.
Natürliche Feinde
Filtrierendes Zooplankton wie Daphnien, Rädertierchen, Copepoden und die Larven von Fischen und Muscheln.
Konkurrenzarten
Andere Phytoplanktongruppen wie Diatomeen, Chlorophyceen und Cyanobakterien.
Ökosystemleistung
Sauerstoffproduktion und Fixierung von atmosphärischem Kohlendioxid; Bereitstellung essenzieller Fettsäuren für aquatische Konsumenten.
Bedrohungen
Wasserverschmutzung durch Herbizide, extreme Eutrophierung und die Erwärmung der Ozeane durch den Klimawandel.
Wissenschaftlicher Steckbrief
Steckbrief
Erkennungsmerkmale
Rote Färbung durch Phycoerythrin; zwei ungleich lange, behaarte Geißeln; Vorhandensein von Ejektosomen (Explosionskörpern) entlang des Schlundes; Periplast aus Proteinplatten statt einer Zellulosewand.
Fortpflanzung
Asexuelle Vermehrung durch einfache Längsteilung; geschlechtliche Vermehrung ist innerhalb der Cryptophyceen kaum dokumentiert und spielt ökologisch eine untergeordnete Rolle.
Schutz & Bedrohung
Status nicht auf Standardskala
Hauptbedrohungen
Starke Eutrophierung (Verdrängung durch Cyanobakterien-Blüten), chemische Belastung durch Herbizide, extreme Temperaturanstiege in Oberflächengewässern.
Schutzmaßnahmen
Erhalt der Wasserqualität durch Nährstoffmanagement; Schutz von Schichtungsverhältnissen in Seen; Reduktion diffuser Stoffeinträge aus der Landwirtschaft.