Sumpflaufwolf
Pardosa palustris
Die Sumpf-Wolfspinne ist eine kleine bis mittelgroße Spinne aus der Familie der Lycosidae. Sie bewohnt vorzugsweise offene, feuchte bis mäßig trockene Standorte wie Wiesen, Moore und Heiden. Die Art baut keine Netze, sondern jagt ihre Beute aktiv am Boden. Charakteristisch ist der helle Mittelstreifen auf dem dunkleren Vorderkörper sowie die oft hell geringelten Beine.

Details
Erkennungsmerkmale
Heller Mittelstreifen auf dem Carapax, drei helle Längsstreifen auf dem Hinterleib, Weibchen tragen bläulich-graue Eikokons an den Spinnwarzen.
Sozialverhalten
Einzelgängerisch; zeigt bei hoher Dichte oder Nahrungsmangel kannibalistisches Verhalten.
Ernährung
Ernährt sich räuberisch von kleinen wirbellosen Tieren wie Fliegen, Mücken, Springschwänzen und Blattläusen.
Jagdstrategie
Aktiver Sichtjäger, der Beute durch schnelles Laufen verfolgt und im Sprung überwältigt.
Überwinterung
Überwintert als subadultes Individuum in der Bodenstreu oder in Moospolstern.
Ökologie
Ökologische Rolle
Wichtiger Prädator in der Krautschicht, der zur Regulation von Insektenpopulationen beiträgt.
Natürliche Feinde
Vögel, kleine Säugetiere wie Spitzmäuse, Amphibien und Wegwespen.
Konkurrenzarten
Andere Wolfspinnenarten der Gattungen Pardosa, Lycosa oder Pirata.
Ökosystemleistung
Biologische Schädlingskontrolle durch den Verzehr von phytophagen Insekten.
Bedrohungen
Intensivierung der Landwirtschaft, Entwässerung von Feuchtgebieten und Einsatz von Breitbandinsektiziden.
Wissenschaftlicher Steckbrief
Steckbrief
Erkennungsmerkmale
Charakteristisch für Pardosa palustris ist das helle Mittelband auf dem Carapax, das im vorderen Bereich (Augenregion) stark verschmälert ist. Eine sichere Unterscheidung von verwandten Arten der Pardosa-monticola-Gruppe ist oft nur durch die mikroskopische Untersuchung der Epigyne (Weibchen) oder des Bulbus (Männchen) möglich.
Lebensraum
Besiedelt offene Habitate wie extensiv genutzte Wiesen, Weiden, Moore, Heiden und alpine Rasen bis über 2500 m ü. NN. Trotz des Namens 'palustris' (sumpfig) auch in trockeneren Offenlandschaften häufig.
Rolle im Nahrungsnetz
Wichtiger Prädator in der Bodenfauna zur Regulation von Insektenpopulationen; dient als Beute für Vögel, Amphibien und räuberische Insekten.
Schutz & Bedrohung
Hauptbedrohungen
Intensivierung der Landwirtschaft (Düngung, häufige Mahd), Habitatverlust durch Sukzession (Verbuschung) und Versiegelung von Offenlandflächen.
Bestandstrend
Stabil; die Art gilt in Deutschland und weiten Teilen Europas als weit verbreitet und häufig (Rote Liste Deutschland: Ungefährdet).