Nickendes Leimkraut
Silene nutans
Das Nickende Leimkraut ist eine charakteristische Pflanze trockener Standorte, die durch ihre am Tag herabhängenden Blütenstände auffällt. Die Blüten öffnen sich erst in der Dämmerung und verströmen einen intensiven, hyazinthenähnlichen Duft, um Nachtfalter anzulocken. Die Pflanze besitzt klebrige Drüsenhaare am Stängel, die als Schutz gegen aufkriechende Insekten dienen und ihr den Namen Leimkraut eingebracht haben.

Details
Habitatfunktion
Bietet spezialisierten Insektenarten in Halbtrockenrasen Nahrung und Brutraum.
Nährstoffaufnahme
Geringer Nährstoffbedarf; angepasst an stickstoffarme Böden.
Nahrungsquelle für
Nachtfalter (z. B. Mittlerer Weinschwärmer) und Raupen der Gattung Hadena.
Nutzung durch Menschen
Gelegentliche Verwendung als Zierpflanze in Steingärten und Naturgärten.
Ökologie
Ökologische Rolle
Wichtige Nektarquelle für spezialisierte Nachtfalter; die klebrigen Stängel verhindern Nektarraub durch Ameisen.
Natürliche Feinde
Raupen von Nelkeneulen (Hadena spp.), die sich in den Samenkapseln entwickeln.
Konkurrenzarten
Konkurrenzstarke Gräser bei zunehmender Eutrophierung der Standorte.
Ökosystemleistung
Förderung der Bestäuberbiodiversität, insbesondere für Nachtfaltergesellschaften.
Bedrohungen
Lebensraumverlust durch Intensivierung der Landwirtschaft, Eutrophierung und Verbuschung von Magerrasen.
Wissenschaftlicher Steckbrief
Steckbrief
Fortpflanzung
Primär generativ durch Samen; eingeschränkt vegetative Vermehrung durch kurze Rhizomverzweigungen.
Schutz & Bedrohung
Hauptbedrohungen
Eutrophierung durch Stickstoffeintrag aus der Luft und Landwirtschaft; Verbuschung und Sukzession durch Aufgabe extensiver Beweidung; intensive Mahd.