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Makrozoobenthos

Gemeine Schnauzenschnecke

Bithynia tentaculata

RL LC🔬 Zeigerart

Die Gemeine Schnauzenschnecke ist eine weit verbreitete Süßwasserschnecke aus der Familie der Bithyniidae. Sie zeichnet sich durch ein kegelförmiges Gehäuse und einen kalkigen Deckel (Operculum) mit konzentrischen Ringen aus. Die Art besiedelt bevorzugt stehende oder langsam fließende Gewässer mit reichem Pflanzenwuchs. Eine Besonderheit ist ihre duale Ernährungsweise: Sie kann sowohl Algen von Oberflächen abweiden als auch Plankton aus dem Wasser filtern.

Details

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Erkennungsmerkmale

Kegelförmiges Gehäuse mit 5-6 Windungen, Operculum mit konzentrischen Ringen (nicht spiralig), rüsselförmige Schnauze, Fühler lang und dünn.

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Sozialverhalten

Einzelgängerisch, bildet jedoch bei gutem Nahrungsangebot oft sehr dichte Populationen.

🍽️

Ernährung

Omnivorer Generalist; weidet Periphyton und Detritus ab, nutzt aber auch die Kiemenfiltration zur Aufnahme von Phytoplankton.

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Laichsubstrat

Festes Substrat wie Steine, Totholz oder die Unterseite von Wasserpflanzenblättern.

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Überwinterung

Überwinterung im Sediment oder an abgestorbenen Pflanzenteilen am Gewässergrund.

Ökologie

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Ökologische Rolle

Wichtiger Primärkonsument und Glied in der Nahrungskette; dient als Zwischenwirt für diverse Saugwürmer (Trematoden).

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Natürliche Feinde

Fische (z.B. Schleie, Karpfen), Wasservögel (Enten), räuberische Insektenlarven und Egel.

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Konkurrenzarten

Andere kleine Süßwasserschnecken wie die Spitze Sumpfdeckelschnecke oder Posthornschnecken.

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Ökosystemleistung

Trägt zur Wasserklärung durch Filtration und zur Kontrolle des Algenwuchses bei.

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Bedrohungen

Habitatverlust durch Uferverbauung, übermäßige Eutrophierung und Pestizideintrag in Gewässer.

Wissenschaftlicher Steckbrief

Steckbrief

Familie
Schnauzenschnecken (Bithyniidae)

Erkennungsmerkmale

Wichtigstes Merkmal ist das kalkige Operculum mit konzentrischen Ringen (im Gegensatz zu den spiraligen Deckeln der Valvatidae). Die Schnauze ist rüsselartig verlängert. Im Vergleich zu Bithynia leachii ist das Gehäuse von B. tentaculata deutlich größer und die Windungen sind weniger stark gewölbt.

Ernährung

Kieselalgen (Diatomeen), Grünalgen, Detritus und suspendiertes Phytoplankton.

Fortpflanzung

Getrenntgeschlechtlich. Die Eiablage erfolgt meist von Mai bis Juli. Die Eier werden in charakteristischen, zwei- bis dreireihigen, länglichen Laichkapseln auf festen Oberflächen (Steine, Pflanzen) abgelegt.

Rolle im Nahrungsnetz

Wichtiger Primärkonsument, der benthische und pelagische Ressourcen nutzt. Dient als Zwischenwirt für zahlreiche Trematoden (Saugwürmer).

Schutz & Bedrohung

IUCN Rote-Liste-StatusNicht gefährdet (LC)
LC
NT
VU
EN
CR
EW
EX

Hauptbedrohungen

Verlust von Lebensraum durch Gewässerausbau, Uferverbauung und die Zerstörung von Makrophytenbeständen. Extreme chemische Verschmutzung.

Schutzmaßnahmen

Schutz und Renaturierung von Uferzonen, Förderung der Makrophytenvegetation und Reduktion von Schadstoffeinträgen.

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