Jungfern-Weißhaarbecherchen
Lachnum virgineum
Das Jungfern-Weißhaarbecherchen ist ein winziger, becherförmiger Schlauchpilz aus der Familie der Hyaloscyphaceae. Er zeichnet sich durch seine reinweiße Färbung und die markante, dichte Behaarung an der Außenseite sowie am Rand des Apotheciums aus. Die Fruchtkörper erreichen meist nur einen Durchmesser von 0,5 bis 2 Millimetern und besitzen einen kurzen Stiel. Man findet sie häufig in großen Gruppen an abgestorbenen Pflanzenteilen wie Zweigen, Buchenmast oder Zapfen in feuchten Habitaten.

Details
Erkennungsmerkmale
Fruchtkörper reinweiß, becher- bis schüsselförmig, Außenseite und Rand langhaarig weiß behaart, kurzes Stielchen vorhanden, Sporen hyalin und einzellig.
Sozialverhalten
Wächst meist gesellig oder in dichten Gruppen (gregär).
Ernährung
Saprobiontisch; ernährt sich durch den Abbau von abgestorbenem pflanzlichem Material (Zellulose und Lignin).
Überwinterung
Überwinterung als Myzel im Substrat.
Ökologie
Ökologische Rolle
Wichtiger Primärzersetzer in Waldökosystemen, trägt zur Humusbildung und zum Nährstoffkreislauf bei.
Natürliche Feinde
Insektenlarven, Schnecken und Mikroorganismen.
Konkurrenzarten
Andere saprobiontische Kleinpilze wie Mollisia-Arten oder andere Lachnum-Spezies.
Ökosystemleistung
Abbau organischer Substanz und Freisetzung von Nährstoffen für Pflanzen.
Bedrohungen
Zerstörung von Waldhabitaten und übermäßige Entnahme von Totholz.
Wissenschaftlicher Steckbrief
Steckbrief
Erkennungsmerkmale
Charakterisiert durch die reinweiße Farbe, die dichte Behaarung und das Vorkommen auf diversen pflanzlichen Substraten. Mikroskopisch eindeutig durch die lanzettlichen, die Asci überragenden Paraphysen und die fein granulierten Haare (Lachnum-Typ) identifizierbar. Sporen sind schmal spindelförmig, 6–11 x 1,5–2,5 µm.
Lebensraum
Feuchte Laub- und Mischwälder, Auwälder, Parks und Gärten; meist an schattigen, feuchten Stellen in der Bodenstreu.
Fortpflanzung
Sexuelle Vermehrung durch Ascosporen, die in achtsporigen Asci gebildet werden. Asexuelle Stadien sind für diese Art nicht primär wertbestimmend.
Schutz & Bedrohung
Status nicht auf Standardskala
Hauptbedrohungen
Großflächige Entwässerung von Waldstandorten und übermäßige Beräumung von Feinreisig (Totholzmanagement).
Schutzmaßnahmen
Erhalt von feuchten Waldstrukturen und Belassen von Schlagabraum und Feinreisig im Bestand.