Federkiemenschnecke
Valvata piscinalis
Die Federkiemenschnecke ist eine kleine, im Süßwasser lebende Vorderkiemerschnecke mit einem runden, rechtsgewundenen Gehäuse. Charakteristisch ist die namensgebende, federförmige Kieme, die bei aktiven Tieren deutlich sichtbar aus der Gehäusemündung herausragt. Sie besitzt einen hornigen Gehäusedeckel (Operculum), mit dem sie sich bei Gefahr oder Trockenheit fest verschließen kann. Die Art besiedelt bevorzugt stehende oder langsam fließende Gewässer mit schlammigem Grund und reichem Pflanzenwuchs.

Details
Erkennungsmerkmale
Kegelförmiges Gehäuse mit 4-5 stark gewölbten Umgängen, kreisrunde Mündung, konzentrischer Deckel, fadenförmiger Fühler und zusätzliche Federkieme.
Sozialverhalten
Einzelgängerisch, tritt jedoch oft in hohen Populationsdichten an geeigneten Futterplätzen auf.
Ernährung
Die Nahrung besteht primär aus Algenaufwuchs (Periphyton), Detritus und feinen organischen Partikeln, die vom Substrat abgeraspelt werden.
Jagdstrategie
Weidegänger; nutzt die Radula zum Abschaben von Mikroalgen und organischem Belag.
Laichsubstrat
Glatte Oberflächen von Wasserpflanzen, Steinen oder seltener Detritus.
Überwinterung
Überwinterung im Sediment oder an tiefer liegenden Pflanzenteilen, oft in einer Ruhephase.
Ökologie
Ökologische Rolle
Wichtiger Primärkonsument und Destruent, der organische Substanz abbaut und als Beute für höhere Trophiestufen dient.
Natürliche Feinde
Fische (z.B. Schleie, Karpfen), Wasservögel, räuberische Egel und Insektenlarven.
Konkurrenzarten
Andere kleine Süßwasserschnecken wie Bithynia tentaculata oder verschiedene Tellerschnecken.
Ökosystemleistung
Regulierung des Algenwachstums und Unterstützung des Nährstoffkreislaufs durch Zersetzung von Detritus.
Bedrohungen
Gewässerverschmutzung, Versauerung, Habitatverlust durch Uferverbauung und intensive Entkrautung.
Wissenschaftlicher Steckbrief
Steckbrief
Erkennungsmerkmale
Wichtigstes Merkmal ist die aus der Mündung ragende federförmige Kieme sowie ein zusätzlicher fadenförmiger Mantelfortsatz auf der rechten Körperseite. Im Gegensatz zu vielen anderen Süßwasserschnecken besitzt sie ein Operculum mit konzentrischem Bau. Die Nabelöffnung ist deutlich sichtbar und tief.
Ernährung
Feiner Detritus, Kieselalgen (Diatomeen), Grünalgen und organischer Film auf Substraten.
Fortpflanzung
Simultaner Hermaphrodit (Zwitter); die Fortpflanzung erfolgt meist durch Fremdbefruchtung. Die Eier werden in gallertartigen Kapseln (ca. 10-30 Eier pro Kapsel) an Wasserpflanzen oder Steinen abgelegt.
Rolle im Nahrungsnetz
Wichtiger Primärkonsument und Destruent; dient als Bindeglied zwischen Primärproduktion/Detritus und höheren trophischen Ebenen.
Schutz & Bedrohung
Hauptbedrohungen
Zerstörung von Uferhabitaten, übermäßige Eutrophierung, Trockenlegung von Flachwasserzonen und chemische Belastung (Pestizide).
Schutzmaßnahmen
Schutz und Renaturierung naturnaher Uferbereiche, Erhalt von Makrophytenbeständen und Reduktion diffuser Nährstoffeinträge.