Erlen-Sumpfschnitzling
Naucoria eschcharoides
Der Erlen-Sumpfschnitzling ist ein kleiner, ocker- bis gelbbrauner Blätterpilz aus der Familie der Hymenogastraceae. Er wächst bevorzugt auf feuchten Böden in unmittelbarer Nähe von Erlen, mit denen er eine obligate Mykorrhiza-Symbiose eingeht. Der Hut ist meist fein schuppig oder faserig und erreicht einen Durchmesser von bis zu 3 cm.
Details
Erkennungsmerkmale
Hut 1-3 cm breit, ocker- bis olivbraun, feinschuppig; Lamellen hellbraun mit hellerer Schneide; Stiel 3-6 cm lang, bräunlich, oft hohl; Geruch leicht rettichartig.
Ernährung
Ektomykorrhizapilz; bezieht Photosyntheseprodukte (Zucker) von Erlen und liefert im Gegenzug Stickstoff, Phosphor und Wasser.
Überwinterung
Überdauerung als Myzel im Boden oder in Symbiose mit Baumwurzeln.
Ökologie
Ökologische Rolle
Wichtiger Symbiosepartner für Erlen zur Nährstofferschließung an nassen Standorten; fördert die Vitalität von Ufergehölzen.
Natürliche Feinde
Insektenlarven (Pilzmücken), Schnecken.
Konkurrenzarten
Andere Sumpfschnitzlinge wie Naucoria scolecina.
Ökosystemleistung
Unterstützung des Baumwachstums in Feuchtgebieten, Beitrag zum Nährstoffkreislauf im Boden.
Bedrohungen
Entwässerung von Mooren und Bruchwäldern, Verlust von Erlenbeständen durch Krankheiten (Phytophthora alni).
Wissenschaftlicher Steckbrief
Steckbrief
Erkennungsmerkmale
Strikte Bindung an Erlen (Alnus); filzig-schuppige Hutoberfläche; ockerbraunes Sporenpulver; mikroskopisch durch spindelförmige bis flaschenförmige Cheilozystiden und fein warzige Sporen (ca. 8-11 x 4-6 µm) gekennzeichnet.
Lebensraum
Erlenbruchwälder, Auwälder, Bach- und Flussufer, feuchte Senken und Moore mit Erlenbestand.
Fortpflanzung
Sexuelle Vermehrung durch Basidiosporen, die an viersporigen Basidien gebildet werden.
Schutz & Bedrohung
Status nicht auf Standardskala
Hauptbedrohungen
Entwässerung von Feuchtgebieten, Grundwasserabsenkung, Umwandlung von Erlenbruchwäldern in forstwirtschaftliche Monokulturen.
Schutzmaßnahmen
Erhalt und Renaturierung von Erlenbruchwäldern und Auen; Sicherung eines natürlichen Wasserhaushalts in Feuchtgebieten.