Gerandete Jagdspinne
Dolomedes fimbriatus
Die Gerandete Jagdspinne ist eine der größten einheimischen Spinnenarten Mitteleuropas und gehört zur Familie der Jagdspinnen. Sie besiedelt bevorzugt Moore, Sümpfe und naturnahe Uferzonen stehender Gewässer. Charakteristisch sind die hellgelben bis weißen Längsstreifen auf dem meist dunkelbraunen Körper. Die Art ist in der Lage, über die Wasseroberfläche zu laufen und bei Gefahr oder zur Jagd unterzutauchen.

Details
Erkennungsmerkmale
Dunkelbraune bis olivbraune Grundfarbe, zwei breite gelbliche oder weiße Längsstreifen an den Seiten des Cephalothorax und Abdomens, behaarte Beine.
Sozialverhalten
Einzelgängerisch; Weibchen zeigen oft aggressives Verhalten gegenüber Männchen (Kannibalismus).
Ernährung
Insekten (wie Wasserläufer oder Libellenlarven), Kaulquappen und kleine Fische.
Jagdstrategie
Lauerjäger; nutzt die Oberflächenspannung des Wassers, um Vibrationen von Beutetieren wahrzunehmen.
Überwinterung
Überwintert zweimal als subadultes Tier in Moospolstern oder trockener Vegetation in Gewässernähe.
Ökologie
Ökologische Rolle
Bedeutender Prädator in der Übergangszone zwischen Wasser und Land.
Natürliche Feinde
Vögel, Frösche, größere Raubspinnen und Wegwespen.
Konkurrenzarten
Dolomedes plantarius (Große Seejagdspinne).
Ökosystemleistung
Regulierung von Insektenpopulationen in Feuchtgebieten.
Bedrohungen
Verlust von Lebensräumen durch Entwässerung von Mooren und intensive Nutzung von Uferbereichen.
Wissenschaftlicher Steckbrief
Steckbrief
Erkennungsmerkmale
Große, robuste Spinne mit der Fähigkeit, dank hydrophober Behaarung auf der Wasseroberfläche zu laufen und unterzutauchen. Weibchen tragen den kugeligen, bräunlichen Kokon in den Cheliceren (Kiefertastern) unter dem Körper. Im Gegensatz zu Lycosidae (Wolfsspinnen) werden die Augen in zwei Reihen angeordnet (4-4), wobei die hintere Reihe stark nach hinten gebogen ist.
Lebensraum
Stark an feuchte bis nasse Lebensräume gebunden: Hoch- und Zwischenmoore, Niedermoore, Bruchwälder, nasse Heidegebiete und Verlandungszonen von stehenden oder langsam fließenden Gewässern. Bevorzugt saure Milieus.
Rolle im Nahrungsnetz
Bedeutender Prädator in semi-aquatischen Ökosystemen, der sowohl terrestrische als auch aquatische Nahrungsketten verbindet. Reguliert Populationen von Wasserinsekten.
Schutz & Bedrohung
Hauptbedrohungen
Zerstörung und Entwässerung von Mooren und Feuchtgebieten, Eutrophierung von Gewässern durch Nährstoffeintrag aus der Landwirtschaft, Verbuschung von Mooren und der Klimawandel (Austrocknung von Habitaten).
Bestandstrend
In Deutschland auf der Vorwarnliste (V) oder in einzelnen Bundesländern als gefährdet (RL 3) eingestuft. Der Trend ist aufgrund des fortschreitenden Habitatverlusts vielerorts rückläufig.