Schwarzer Samtläufer
Chlaenius tristis
Der Schwarze Samtläufer (Chlaenius tristis) ist ein etwa 11 mm großer Laufkäfer, der durch seine tiefschwarze Färbung und eine feine, samtartige Behaarung der Flügeldecken gekennzeichnet ist. Er besiedelt bevorzugt sehr nasse Standorte wie Niedermoore, Seggenriede und die Verlandungszonen stehender Gewässer. Die Art ist aufgrund des Rückgangs ihrer spezialisierten Lebensräume sehr selten geworden und gilt in vielen Regionen als vom Aussterben bedroht. Er lebt räuberisch und ist ein charakteristischer Bewohner intakter Feuchtgebiete.
Details
Erkennungsmerkmale
Vollständig schwarz; Flügeldecken matt durch dichte, kurze Behaarung; Halsschildbasis so breit wie die Flügeldeckenbasis; Halsschild fast quadratisch.
Sozialverhalten
Einzelgängerisch; Interaktionen beschränken sich weitgehend auf die Fortpflanzungszeit.
Ernährung
Räuberische Ernährung von verschiedenen kleinen Wirbellosen wie Insektenlarven, kleinen Würmern und Weichtieren.
Jagdstrategie
Aktives Suchen und Erbeuten von Beutetieren am Boden in dichter, feuchter Vegetation.
Laichsubstrat
Feuchtes Substrat, Schlamm oder Moos in Ufernähe.
Überwinterung
Überwinterung als Imago (erwachsenes Tier) in Bodenritzen, unter Moos oder Pflanzenresten.
Ökologie
Ökologische Rolle
Prädator in spezialisierten Feuchtlebensräumen; trägt zur Regulation von Invertebratenpopulationen bei.
Natürliche Feinde
Insektenfressende Vögel, Amphibien (z. B. Frösche) und größere räuberische Gliedertiere.
Konkurrenzarten
Andere hygrophile Laufkäfer der Gattungen Agonum oder Pterostichus.
Ökosystemleistung
Schädlingsregulation in Feuchtgebieten; wichtiger Bestandteil der lokalen Nahrungsketten.
Bedrohungen
Trockenlegung von Mooren, Grundwasserabsenkung, Uferverbauung und Intensivierung der Landwirtschaft.
Wissenschaftlicher Steckbrief
Steckbrief
Erkennungsmerkmale
Gattungstypisch ist die dichte Behaarung der Flügeldecken (Elytren). Im Gegensatz zum ähnlichen Chlaenius nigricornis ist bei Chlaenius tristis das erste Fühlerglied schwarz (nicht rotgelb) und die Beine sind dunkel. Der Halsschild ist herzförmig und schmaler als die Flügeldecken.
Lebensraum
Stenotoper Bewohner von Feuchtgebieten. Bevorzugt schlammige Ufer stehender Gewässer, Seggenriede, Röhrichte und Niedermoore mit ausgeprägter Vegetation. Oft in Verlandungszonen zu finden.
Ernährung
Zoophag (räuberisch); ernährt sich von kleinen Wirbellosen wie Insektenlarven, Schnecken und Würmern.
Rolle im Nahrungsnetz
Sekundärkonsument; Prädator von Kleintieren und selbst Beute für Amphibien, Vögel und größere räuberische Insekten.
Schutz & Bedrohung
Status nicht auf Standardskala
Hauptbedrohungen
Entwässerung von Mooren und Feuchtwiesen, Verlust von natürlichen Uferstreifen, Grundwasserabsenkung und Habitatfragmentierung.
Bestandstrend
Rückläufig in weiten Teilen Mitteleuropas aufgrund von Lebensraumverlust; in Deutschland auf der Roten Liste als 'Gefährdet' (Kategorie 3) eingestuft.
Schutzmaßnahmen
Schutz und Renaturierung von Mooren und Feuchtgebieten, Erhalt von Schilf- und Seggenbeständen, Verzicht auf Entwässerungsmaßnahmen.