Weißrandiger Grashüpfer
Chorthippus albomarginatus
Der Weißrandige Grashüpfer ist eine weit verbreitete Kurzfühlerschrecke aus der Familie der Feldheuschrecken. Er zeichnet sich durch eine schlanke Gestalt und meist grüne, gelbliche oder braune Färbung aus. Namensgebend ist der helle Längsstreifen am Vorderrand der Vorderflügel, der besonders bei Weibchen ausgeprägt ist. Die Art bevorzugt Graslandökosysteme wie Feuchtwiesen, Deiche und Salzwiesen.
Details
Erkennungsmerkmale
Fast parallele Halsschild-Seitenkiele, weißlicher Längsstreifen im Costalfeld der Vorderflügel (besonders Weibchen), Hinterknie nicht dunkel gefärbt.
Sozialverhalten
Einzelgängerisch; Männchen zeigen ein ausgeprägtes Revierverhalten und locken Weibchen durch einen charakteristischen, schwirrenden Gesang an.
Ernährung
Herbivor; ernährt sich primär von verschiedenen Süßgräsern (Poaceae) wie Lolium, Holcus oder Agrostis.
Laichsubstrat
Eier werden in den Boden oder in die Basis von Grasbüscheln abgelegt.
Überwinterung
Die Art überwintert im Eistadium im Boden; die Nymphen schlüpfen im folgenden Frühjahr.
Ökologie
Ökologische Rolle
Wichtiger Primärkonsument in Graslandschaften und bedeutende Nahrungsgrundlage für insektenfressende Vögel, Spinnen und Amphibien.
Natürliche Feinde
Vögel (z.B. Wiesenpieper), Webspinnen, Laufkäfer, Raubfliegen und kleine Säugetiere.
Konkurrenzarten
Andere Grashüpferarten der Gattung Chorthippus, wie der Gemeine Grashüpfer.
Ökosystemleistung
Trägt durch den Konsum von Biomasse zum Nährstoffkreislauf in Wiesenökosystemen bei.
Bedrohungen
Lebensraumverlust durch intensive landwirtschaftliche Nutzung, frühe Mahdtermine und die Entwässerung von Feuchtgrünland.
Wissenschaftlicher Steckbrief
Steckbrief
Erkennungsmerkmale
Halsschild-Seitenkiele fast gerade oder nur sehr schwach nach innen gebogen. Weibchen mit weißem Randstreifen auf den Tegmina. Das Medialfeld der Flügel ist beim Männchen nicht erweitert. Die Knie der Hinterbeine sind meist dunkel gefärbt.
Lebensraum
Eurytop, aber mit Schwerpunkt in feuchtem bis mesophilem Grünland, Salzwiesen an der Küste sowie auf Binnensalzstellen. Besiedelt auch trockenere Standorte wie Bahndämme, Deiche und Straßenränder.
Ernährung
Herbivor; ernährt sich primär von verschiedenen Süßgräsern (Poaceae), wobei keine strikte Spezialisierung auf einzelne Arten vorliegt.
Rolle im Nahrungsnetz
Primärkonsument; wichtige Nahrungsquelle für insektenfressende Vögel (z. B. Wiesenpieper), Spinnen und räuberische Wirbellose.
Schutz & Bedrohung
Hauptbedrohungen
Extreme Intensivierung der Landwirtschaft, vollständige Entwässerung von Feuchtwiesen, zu häufige Mahd (mehr als 3 Schnitte) und großflächiger Pestizideinsatz.
Bestandstrend
Stabil bis zunehmend; die Art breitet sich in Mitteleuropa derzeit nach Norden und entlang von Verkehrswegen in das Binnenland aus.
Schutzmaßnahmen
Erhalt von extensiv genutztem Grünland, Förderung von Altgrasstreifen, Verzicht auf flächige Entwässerung und Anpassung der Mahdtermine.