Schlammröhrenwurm
Tubifex tubifex
Der Schlammröhrenwurm ist ein weltweit verbreiteter Ringelwurm, der besonders in organisch belasteten, sauerstoffarmen Gewässern in hohen Dichten vorkommt. Er lebt in selbstgebauten Röhren im Sediment, wobei sein Hinterende zur Sauerstoffaufnahme aus dem Schlamm ragt und rhythmisch im Wasser pendelt. Dank des Blutfarbstoffs Hämoglobin kann er auch unter extremen Bedingungen mit minimalem Sauerstoffgehalt überleben.

Details
Erkennungsmerkmale
Dünner, segmentierter Körper; rötliche bis bräunliche Färbung; peitschende Bewegungen des Hinterendes; oft in dichten Kolonien auftretend.
Sozialverhalten
Gesellig; bildet oft massenhafte Ansammlungen („Wurmfelder“) am Gewässergrund.
Ernährung
Ernährt sich von Detritus (sinkenden organischen Zerfallsprodukten) und den darauf siedelnden Bakterien.
Jagdstrategie
Substratfresser; nimmt Sediment auf und verdaut die enthaltenen organischen Stoffe.
Laichsubstrat
Feinkörniges, organisches Sediment.
Überwinterung
Verbleib im Sediment; kälteresistent.
Ökologie
Ökologische Rolle
Wichtiger Destruent und Bioturbator; fördert die Durchmischung und den Abbau von organischem Material im Sediment.
Natürliche Feinde
Gründelnde Fische (z.B. Karpfen, Schleien), räuberische Insektenlarven, Egel.
Konkurrenzarten
Andere Wenigborster wie Limnodrilus hoffmeisteri.
Ökosystemleistung
Remineralisierung von Nährstoffen, Selbstreinigung von Gewässern, Nahrungsgrundlage für Fische.
Bedrohungen
Keine wesentlichen Bedrohungen; profitiert von Eutrophierung; empfindlich gegenüber bestimmten Schwermetallen.
Wissenschaftlicher Steckbrief
Steckbrief
Erkennungsmerkmale
Charakteristisch sind die bündelweise angeordneten Borsten (Chaetae), insbesondere das Vorhandensein von Haarborsten und gegabelten Hakenborsten. Ein wichtiges mikroskopisches Merkmal zur Abgrenzung von anderen Tubificiden ist die Form der Penisröhren. Im Habitat fällt das rhythmische Wedeln des Hinterendes im Wasser auf.
Ernährung
Primär Bakterien, Detritus, organische Zerfallsprodukte und einzellige Algen.
Fortpflanzung
Hermaphroditisch (Zwitter) mit gegenseitiger Befruchtung. Die Eier werden in Kokons abgelegt, die im Sediment deponiert werden.
Rolle im Nahrungsnetz
Wichtiger Destruent und Primärkonsument; dient als bedeutende Nahrungsquelle für benthivore Fische und räuberische Invertebraten.
Schutz & Bedrohung
Status nicht auf Standardskala
Hauptbedrohungen
Keine unmittelbaren Bedrohungen bekannt; die Art ist sehr widerstandsfähig gegenüber anthropogenen Belastungen.
Schutzmaßnahmen
Keine spezifischen Schutzmaßnahmen erforderlich; Monitoring im Rahmen der Wasserrahmenrichtlinie (WRRL).