Sumpf-Häubling
Galerina paludosa
Der Sumpf-Häubling ist ein kleiner, honiggelber Blätterpilz, der spezifisch in Torfmoos-Beständen (Sphagnum) wächst. Er zeichnet sich durch einen glockig-konvexen Hut und einen langen, dünnen Stiel mit charakteristischen weißen Velumresten aus. Als Bewohner von Hoch- und Übergangsmooren ist er an extrem nährstoffarme und saure Bedingungen angepasst. Er gilt als wichtiger Zeigerwert für die ökologische Qualität von Moorstandorten.

Details
Erkennungsmerkmale
Hut 1-3 cm, honiggelb bis bräunlich; Stiel 5-12 cm lang, mit weißen Velumgürteln; Vorkommen ausschließlich in Sphagnum-Moosen.
Ernährung
Saprobiontisch oder schwach parasitär an lebenden oder toten Torfmoosen (Sphagnum).
Überwinterung
Überdauerung als Myzel im Substrat (Torfmoos).
Ökologie
Ökologische Rolle
Zersetzung von organischem Material in extrem sauren und nährstoffarmen Moorökosystemen.
Natürliche Feinde
Schnecken, spezialisierte Insektenlarven (z.B. Pilzmücken).
Konkurrenzarten
Andere moorbewohnende Häublingsarten wie Galerina tibicystis oder Galerina sphagnorum.
Ökosystemleistung
Beitrag zum Nährstoffkreislauf und Kohlenstoffumsatz in Mooren.
Bedrohungen
Zerstörung von Mooren durch Entwässerung, Torfabbau, Stickstoffeinträge und Klimawandel.
Wissenschaftlicher Steckbrief
Steckbrief
Erkennungsmerkmale
Gekennzeichnet durch den Standort in Torfmoos (Sphagnum), den langgestreckten Stiel mit deutlichen weißen Velumresten und das Fehlen eines Mehlgeruchs. Mikroskopisch durch das Vorhandensein von Schnallen und die Sporenform differenzierbar.
Lebensraum
Oligotrophe bis mesotrophe Moore, insbesondere Hochmoore, Zwischenmoore und Schwingrasen; streng an Sphagnum-Polster gebunden.
Fortpflanzung
Sexuelle Vermehrung durch die Bildung von Basidiosporen an den Lamellen.
Schutz & Bedrohung
Status nicht auf Standardskala
Hauptbedrohungen
Entwässerung von Moorlebensräumen, Torfabbau, Stickstoffeinträge aus der Landwirtschaft (Eutrophierung) und Klimawandel (Austrocknung der Moore).
Schutzmaßnahmen
Schutz und Renaturierung von Hoch- und Zwischenmooren, Wiedervernässung entwässerter Flächen, Pufferzonen zur Reduktion von Nährstoffeinträgen.