Burgunderblutalge
Planktothrix rubescens
Planktothrix rubescens ist eine fadenförmige Cyanobakterie, die durch den hohen Gehalt an Phycoerythrin eine charakteristische rötliche bis violette Färbung aufweist. Sie ist an kühle, tiefe und nährstoffarme bis mäßig nährstoffreiche Seen angepasst und reguliert ihren Auftrieb mithilfe von Gasvakuolen. Die Art siedelt sich bevorzugt im Metalimnion an und kann bei bestimmten Wetterlagen oder Durchmischungsprozessen spektakuläre rote Wasserblüten an der Oberfläche bilden. Aufgrund der Produktion von Microcystinen ist sie für die Trinkwassergewinnung und Badegewässerqualität von hoher gesundheitlicher Relevanz.

Details
Sauerstoffproduktion
Produziert Sauerstoff, kann aber bei Massenentwicklungen und anschließendem Absterben zu Sauerstoffzehrung führen.
Habitatfunktion
Besiedelt die Sprungschicht (Metalimnion) und nutzt dort Nährstoffgradienten.
Nährstoffaufnahme
Hocheffiziente Aufnahme von Phosphat und Stickstoffverbindungen bei geringen Lichtintensitäten.
Nahrungsquelle für
Eingeschränkt als Nahrungsquelle aufgrund von Toxizität und fadenförmiger Struktur.
Nutzung durch Menschen
Kein direkter Nutzen; problematisch für die Wasserwirtschaft (Toxine, Geruch, Geschmack).
Ökologie
Ökologische Rolle
Primärproduzent, kann jedoch durch Toxinproduktion (Microcystine) das Zooplankton und höhere trophische Ebenen schädigen.
Natürliche Feinde
Einige spezialisierte Zooplankton-Arten (z.B. bestimmte Ruderfußkrebse), die jedoch oft durch die Toxine gehemmt werden.
Konkurrenzarten
Andere Phytoplankton-Arten wie Kieselalgen oder Grünalgen im Epilimnion.
Ökosystemleistung
Sauerstoffproduktion durch Photosynthese in tiefen Wasserschichten.
Bedrohungen
Klimawandel führt zu stärkerer Schichtung und Erwärmung, was die Ausbreitung in kühleren Seen paradoxerweise begünstigen oder verändern kann.
Wissenschaftlicher Steckbrief
Steckbrief
Erkennungsmerkmale
Rötliche Färbung der Trichome; Vorhandensein zahlreicher Gasvakuolen (Aerotopen) zur Regulation des Auftriebs; spezialisiert auf das Metalimnion tiefer Seen.
Fortpflanzung
Asexuell durch Fragmentation der Trichome; Bildung von Hormogonien (kurze, bewegliche Fadenabschnitte).
Schutz & Bedrohung
Status nicht auf Standardskala
Hauptbedrohungen
Nährstoffmanagement (Oligotrophierung reduziert Bestände); Klimawandel verändert die Schichtungsdynamik und kann die Art begünstigen oder verdrängen.
Schutzmaßnahmen
Keine direkten Schutzmaßnahmen erforderlich, da oft als Problemart bei Wasserqualität eingestuft; Überwachung der Phosphorkonzentrationen.