Gift-Wasserschierling
Cicuta virosa
Der Gift-Wasserschierling ist eine ausdauernde krautige Pflanze, die vor allem durch ihre extreme Giftigkeit bekannt ist. Er wächst bevorzugt an nährstoffreichen Standorten wie Ufern, Gräben und in Mooren. Ein markantes Merkmal ist der knollig verdickte, quergekammerte Wurzelstock, der beim Anschneiden einen gelblichen Saft absondert. Die Pflanze bildet große, weiße Doppeldolden und besitzt mehrfach gefiederte Blätter mit gesägtem Rand.

Details
Sauerstoffproduktion
Geringfügige Sauerstoffabgabe über die Wurzeln in das Sediment (Radial Oxygen Loss).
Habitatfunktion
Bietet Versteckmöglichkeiten für aquatische Insekten und Amphibien in der Uferzone.
Nährstoffaufnahme
Nimmt Stickstoff und Phosphor aus dem Sediment und Wasser auf.
Nahrungsquelle für
Nahrungspflanze für Schwebfliegen und spezialisierte Käferarten.
Nutzung durch Menschen
Aufgrund extremer Giftigkeit (Cicutoxin) heute keine Verwendung; historisch vereinzelt in der Homöopathie.
Ökologie
Ökologische Rolle
Wichtiger Bestandteil von Röhrichtgesellschaften; dient spezialisierten Insekten als Nahrungsquelle.
Natürliche Feinde
Spezialisierte Insektenlarven (z.B. Schierlings-Wasserfenchel-Rüsselkäfer), die gegen das Gift immun sind.
Konkurrenzarten
Andere Hochstauden der Verlandungszone wie Schilfrohr (Phragmites australis) oder Rohrkolben (Typha spp.).
Ökosystemleistung
Trägt zur Primärproduktion und Strukturierung von Uferökosystemen bei.
Bedrohungen
Entwässerung von Feuchtgebieten, Eutrophierung (bei Übermaß), Zerstörung von Uferrandstreifen.
Wissenschaftlicher Steckbrief
Steckbrief
Fortpflanzung
Generative Vermehrung durch Nautochorie (Samen schwimmen mittels Luftgewebe). Vegetative Vermehrung durch Loslösung von Rhizomteilen, die neue Kolonien bilden können.
Schutz & Bedrohung
Hauptbedrohungen
Entwässerung von Feuchtgebieten, Verlust von natürlichen Uferstrukturen, intensive Grabenräumung und übermäßige Eutrophierung.