Gehörnte Mauerbiene
Osmia cornuta
Die Gehörnte Mauerbiene ist eine der am frühesten im Jahr fliegenden Wildbienenarten Mitteleuropas. Sie zeichnet sich durch einen schwarzen Vorderkörper und einen leuchtend fuchsroten Hinterleib aus. Weibchen besitzen zwei markante kleine Hörner am Kopfschild, was der Art ihren Namen gibt. Sie ist ein extrem effizienter Bestäuber im Obstbau und besiedelt sehr gerne künstliche Nisthilfen in Gärten.

Details
Erkennungsmerkmale
Fuchsroter Hinterleib, schwarze Brust, Weibchen mit zwei Hörnchen am Kopf, Männchen mit weißer Gesichtsmaske und längeren Fühlern.
Sozialverhalten
Solitär lebend, bildet keine Staaten, nistet jedoch oft in hohen Dichten (Aggregationen) an geeigneten Stellen.
Ernährung
Polylektisch, besucht ca. 14 Pflanzenfamilien, bevorzugt jedoch Rosaceae (Obstbäume) und Salicaceae (Weiden).
Laichsubstrat
Hohlräume wie Käferfraßgänge, Schilfrohre oder Bohrungen in Holz; Verschluss mit Lehm.
Überwinterung
Überwinterung als fertiges Insekt (Imago) in einem Kokon innerhalb der Nestzelle.
Ökologie
Ökologische Rolle
Wichtiger Bestäuber von Frühblühern; fliegt bereits bei deutlich niedrigeren Temperaturen als Honigbienen.
Natürliche Feinde
Vögel (Spechte, Meisen), Schlupfwespen, Wollschweber und Taufliegen (Cacoxenus indagator).
Konkurrenzarten
Andere Mauerbienen wie Osmia bicornis (Rote Mauerbiene) um Nistplätze.
Ökosystemleistung
Bestäubung von Nutzpflanzen (Apfel, Birne, Kirsche, Mandel) und Wildpflanzen.
Bedrohungen
Nahrungsmangel durch Monokulturen, Pestizideinsatz in der Landwirtschaft und Verlust natürlicher Nistmöglichkeiten.
Wissenschaftlicher Steckbrief
Steckbrief
Erkennungsmerkmale
Weibchen besitzen zwei markante, nach vorne gerichtete Hörnchen am Clypeus (Namensgebung). Die Art ist deutlich größer und robuster als die verwandte Osmia bicornis. Männchen haben längere Fühler und eine weiße Stirnlocke.
Lebensraum
Offene Landschaften, Streuobstwiesen, Waldränder und insbesondere der Siedlungsraum (Gärten, Parks, Friedhöfe).
Schutz & Bedrohung
Hauptbedrohungen
Mangel an geeigneten Nistplätzen durch Gebäudesanierungen, Einsatz von Breitbandinsektiziden in der Landwirtschaft und Mangel an frühblühenden Trachtpflanzen in ausgeräumten Landschaften.
Bestandstrend
Stabil bis zunehmend; die Art profitiert stark von der Klimaerwärmung und der Bereitstellung künstlicher Nisthilfen im urbanen Raum.
Schutzmaßnahmen
Erhalt und Neuanlage von Streuobstwiesen, Bereitstellung von Nisthilfen, Förderung von Lehmstellen im Garten und Anpflanzung heimischer Frühblüher (insb. Weiden).