Leuckarts Hüpferling
Thermocyclops leuckarti
Leuckarts Hüpferling ist ein kleiner, pelagischer Ruderfußkrebs, der vor allem in stehenden Binnengewässern vorkommt. Die Art zeichnet sich durch einen schlanken Körperbau und charakteristische Merkmale an den Schwimmbeinen und Furca-Ästen aus. Er gehört zu den häufigsten Zooplankton-Arten in eutrophen und mesotrophen Seen Mitteleuropas. Während der Sommermonate erreicht die Population oft ihre höchste Dichte im Epilimnion.
Details
Erkennungsmerkmale
Körperbau schlank; Endglied des Endopoditen am 4. Schwimmbein mehr als dreimal so lang wie breit; Furca-Äste kurz.
Sozialverhalten
Solitär lebend, bildet jedoch während der Massenentwicklung dichte Aggregationen im Freiwasser.
Ernährung
Adulte Tiere leben räuberisch von kleinerem Zooplankton wie Rotatorien; Nauplien und frühe Copepodide sind Filtrierer.
Jagdstrategie
Lauerjäger, der Beute mittels Mechanorezeptoren an den Antennen wahrnimmt und aktiv ergreift.
Laichsubstrat
Eier werden in zwei separaten Eiersäcken am Hinterleib des Weibchens getragen.
Überwinterung
Diapause als Copepodid-Stadium (meist Stadium IV oder V) im Sediment der Gewässer.
Ökologie
Ökologische Rolle
Wichtiger Konsument im aquatischen Nahrungsnetz; reguliert Rotatorienpopulationen und dient als Fischfutter.
Natürliche Feinde
Planktivore Fische, räuberisches Zooplankton (z.B. Leptodora kindtii) und Insektenlarven (z.B. Chaoborus).
Konkurrenzarten
Andere Cyclopiden wie Mesocyclops leuckarti oder räuberische Calanoida.
Ökosystemleistung
Unterstützung des Nährstoffkreislaufs und Bereitstellung von Biomasse für höhere trophische Ebenen.
Bedrohungen
Eutrophierung (bei Extremwerten), Versauerung von Gewässern und chemische Schadstoffe.
Wissenschaftlicher Steckbrief
Steckbrief
Erkennungsmerkmale
Die Endglieder des 5. Beinpaars (P5) tragen zwei etwa gleich lange Anhänge. Die Verbindungsplatte des 4. Schwimmbeinpaars (P4) weist charakteristische spitze Auswüchse (Dornen) auf. Das Receptaculum seminis der Weibchen ist hammerförmig mit kurzen, seitlichen Ausläufern. Die Furca-Äste sind relativ kurz (ca. 2-3 mal so lang wie breit).
Fortpflanzung
Geschlechtliche Fortpflanzung; Weibchen tragen zwei seitliche Eisäcke. Die Entwicklung verläuft über Nauplius- und Copepodidstadien.
Rolle im Nahrungsnetz
Wichtiges Bindeglied zwischen Primärproduzenten/Mikrozooplankton und höheren Trophieebenen (Fische); reguliert Rotatorien-Populationen durch Prädation.
Schutz & Bedrohung
Status nicht auf Standardskala
Hauptbedrohungen
Allgemeine Verschlechterung der Wasserqualität, extreme Versauerung und invasive Arten, die den Fraßdruck im Pelagial massiv erhöhen.