Amerikanische Mützenschnecke
Ferrissia fragilis
Die Amerikanische Mützenschnecke ist eine kleine Süßwasserschnecke mit einer napfförmigen, ungespiralten Schale. Sie erreicht meist nur eine Länge von 2 bis 4 Millimetern und ist oft transparent oder hellbraun gefärbt. Ursprünglich in Nordamerika heimisch, hat sie sich weltweit als invasive Art in Aquarien und natürlichen Gewässern verbreitet. Sie bevorzugt stehende oder langsam fließende Gewässer mit reichem Pflanzenwuchs und ist für ihre Fähigkeit bekannt, Trockenperioden durch ein Septum in der Schale zu überstehen.
Details
Erkennungsmerkmale
Dünne, mützenförmige Schale ohne Windungen; Apex (Spitze) leicht nach rechts hinten versetzt; Schale oft sehr fragil und durchscheinend.
Sozialverhalten
Einzelgängerisch, tritt jedoch oft massenhaft an geeigneten Substraten auf.
Ernährung
Weidet Biofilme, Kieselalgen und feines organisches Material von Oberflächen ab.
Laichsubstrat
Unterseiten von Wasserpflanzenblättern, Steine oder Plastikoberflächen.
Überwinterung
Überwintert im Sediment oder an Pflanzenresten; kann Trockenheit durch Septumbildung überdauern.
Ökologie
Ökologische Rolle
Primärkonsument, der Algenaufwuchs kontrolliert und als Beute für kleine Prädatoren dient.
Natürliche Feinde
Kleine Fische, Egel, räuberische Insektenlarven und Wasservögel.
Konkurrenzarten
Andere Napfschnecken wie Acroloxus lacustris oder junge Ancylus fluviatilis.
Ökosystemleistung
Unterstützt den Nährstoffkreislauf durch den Abbau von Periphyton.
Bedrohungen
Starke chemische Belastung von Gewässern und vollständige Zerstörung von Habitaten.
Wissenschaftlicher Steckbrief
Steckbrief
Erkennungsmerkmale
Der Apex ist stumpf und nach rechts versetzt, was sie von Ancylus fluviatilis und Acroloxus lacustris (beide Apex nach links) unterscheidet. Die Art kann bei Austrocknung ein Septum ausbilden (Septifer-Form). Die Schale ist extrem dünn, durchscheinend und weist feine Radiärstreifen am Apex auf.
Ernährung
Abraspeln von Algenaufwuchs (insbesondere Kieselalgen/Diatomeen), Biofilmen und feinem Detritus von Pflanzenoberflächen.
Fortpflanzung
Hermaphroditisch, wobei Selbstbefruchtung (Autogamie) sehr häufig ist. Die Eier werden in kleinen, gallertartigen Kapseln mit meist 1 bis 3 Eiern an festem Substrat abgelegt.
Rolle im Nahrungsnetz
Primärkonsument; wandelt benthische Primärproduktion in tierische Biomasse um und dient als Beute für Fische und Invertebraten.
Schutz & Bedrohung
Hauptbedrohungen
Keine signifikanten Bedrohungen bekannt; die Art ist ein erfolgreiches Neozoon mit hoher Ausbreitungstendenz.
Schutzmaßnahmen
Keine Schutzmaßnahmen erforderlich; Monitoring der weiteren Ausbreitung in europäischen Gewässern empfohlen.