Güster
Blicca bjoerkna
Der Güster ist ein weit verbreiteter europäischer Süßwasserfisch aus der Familie der Karpfenartigen. Er zeichnet sich durch einen hochrückigen, seitlich stark abgeflachten Körper und eine silbrig glänzende Färbung aus. Im Vergleich zum Brassen hat er auffallend größere Augen und oft rötliche Ansätze an den Brust- und Bauchflossen. Er bewohnt bevorzugt langsam fließende oder stehende Gewässer mit weichem Untergrund und reicher Vegetation.
Details
Erkennungsmerkmale
Große Augen (Durchmesser größer als Schnauzenlänge), rötliche Brust- und Bauchflossenansätze, 19-23 verzweigte Strahlen in der Afterflosse, zweireihige Schlundzähne.
Sozialverhalten
Gesellig lebender Schwarmfisch, der oft gemischte Schwärme mit Brassen oder Rotaugen bildet.
Ernährung
Opportunistischer Allesfresser, der sich von Zooplankton, Insektenlarven (besonders Zuckmückenlarven), kleinen Schnecken, Muscheln und Detritus ernährt.
Jagdstrategie
Gründeln im Bodenschlamm sowie Absuchen von Wasserpflanzen nach fressbaren Organismen.
Laichsubstrat
Phytophil; Eier werden an submersen Wasserpflanzen, Wurzeln oder überschwemmtem Gras abgelegt.
Überwinterung
Sammelt sich in großen Schwärmen in tieferen, strömungsarmen Bereichen oder Gruben am Gewässergrund und reduziert die Nahrungsaufnahme.
Ökologie
Ökologische Rolle
Wichtiger Primärkonsument und Bindeglied im Nahrungsnetz; dient als bedeutende Beute für größere Raubfische.
Natürliche Feinde
Hecht, Zander, Wels, Kormoran, Graureiher, Fischotter.
Konkurrenzarten
Brassen (Abramis brama), Rotauge (Rutilus rutilus), Kaulbarsch (Gymnocephalus cernua).
Ökosystemleistung
Trägt zur Stoffumsetzung im Sediment bei und ist ein relevanter Fisch für die Freizeitfischerei.
Bedrohungen
Verlust von Flachwasserzonen und Laichhabitaten durch Uferverbauung; extreme Eutrophierung und Sauerstoffmangel.
Wissenschaftlicher Steckbrief
Morphologie & Identifikation
Färbung
Silberglänzende Flanken, Rücken oliv-grünlich bis blaugrau; die paarigen Flossen (Brust- und Bauchflossen) sind an der Basis oft rötlich oder orange angehaucht.
Erkennungsmerkmale
Große Augen (Augendurchmesser meist größer als die Schnauzenlänge), zweireihige Schlundzähne (Formel 2.5-5.2), 43-48 Schuppen entlang der Seitenlinie, rötliche Flossenbasen.
Verwechslungsarten
Brachse (Abramis brama): hat kleinere Augen, dunkle Flossenbasen und mehr Schuppen (51-60) auf der Seitenlinie. Zope (Ballerus ballerus): hat eine deutlich längere Afterflosse.
Geschlechtsdimorphismus
Männchen entwickeln zur Laichzeit einen feinkörnigen Laichausschlag am Kopf und an den Schuppen des Vorderkörpers.
Habitat & Lebensraum
Fischregion
Brachsenregion (Metapotamal)
Bevorzugte Zone
Benthal und Litoral; hält sich bevorzugt in Bodennähe pflanzenreicher Uferzonen auf.
Strömungspräferenz
Limnophil bis eurytop; bevorzugt stehende Gewässer oder sehr langsam fließende Flussabschnitte.
Substratpräferenz
Feinsubstrate wie Schlamm, Detritus oder Sand, oft in Verbindung mit Makrophytenbeständen.
Sauerstoffbedarf
Mäßig; tolerant gegenüber zeitweiligem Sauerstoffmangel in eutrophen Gewässern.
Migration
Wanderverhalten
Potamodrom; führt kurze Wanderungen zwischen Fresshabitaten, Überwinterungsplätzen und flachen Laichgebieten durch.