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Fisch

Güster

Blicca bjoerkna

RL LC🔬 Zeigerart

Der Güster ist ein weit verbreiteter europäischer Süßwasserfisch aus der Familie der Karpfenartigen. Er zeichnet sich durch einen hochrückigen, seitlich stark abgeflachten Körper und eine silbrig glänzende Färbung aus. Im Vergleich zum Brassen hat er auffallend größere Augen und oft rötliche Ansätze an den Brust- und Bauchflossen. Er bewohnt bevorzugt langsam fließende oder stehende Gewässer mit weichem Untergrund und reicher Vegetation.

Details

👁️

Erkennungsmerkmale

Große Augen (Durchmesser größer als Schnauzenlänge), rötliche Brust- und Bauchflossenansätze, 19-23 verzweigte Strahlen in der Afterflosse, zweireihige Schlundzähne.

🐠

Sozialverhalten

Gesellig lebender Schwarmfisch, der oft gemischte Schwärme mit Brassen oder Rotaugen bildet.

🍽️

Ernährung

Opportunistischer Allesfresser, der sich von Zooplankton, Insektenlarven (besonders Zuckmückenlarven), kleinen Schnecken, Muscheln und Detritus ernährt.

🎯

Jagdstrategie

Gründeln im Bodenschlamm sowie Absuchen von Wasserpflanzen nach fressbaren Organismen.

🥚

Laichsubstrat

Phytophil; Eier werden an submersen Wasserpflanzen, Wurzeln oder überschwemmtem Gras abgelegt.

❄️

Überwinterung

Sammelt sich in großen Schwärmen in tieferen, strömungsarmen Bereichen oder Gruben am Gewässergrund und reduziert die Nahrungsaufnahme.

Ökologie

🌍

Ökologische Rolle

Wichtiger Primärkonsument und Bindeglied im Nahrungsnetz; dient als bedeutende Beute für größere Raubfische.

🦅

Natürliche Feinde

Hecht, Zander, Wels, Kormoran, Graureiher, Fischotter.

⚔️

Konkurrenzarten

Brassen (Abramis brama), Rotauge (Rutilus rutilus), Kaulbarsch (Gymnocephalus cernua).

🌟

Ökosystemleistung

Trägt zur Stoffumsetzung im Sediment bei und ist ein relevanter Fisch für die Freizeitfischerei.

⚠️

Bedrohungen

Verlust von Flachwasserzonen und Laichhabitaten durch Uferverbauung; extreme Eutrophierung und Sauerstoffmangel.

Wissenschaftlicher Steckbrief

Morphologie & Identifikation

Familie
Karpfenfische (Cyprinidae)
Körperlänge
15 – 35 cm
Maximalgröße
45
Gewicht
0.1 – 1 kg
Maximalgewicht
1.5
Lebenserwartung
8 – 15 years
Körperform
Hochbackig und seitlich stark abgeflacht; die Körperform ähnelt der Brachse, ist jedoch insgesamt etwas gedrungener.
Schuppenformel
43-48 (SL) / 8-10 (supra) / 5-6 (infra)
Flossenformel
D III/8, A III/19-23, P I/14-15, V II/8

Färbung

Silberglänzende Flanken, Rücken oliv-grünlich bis blaugrau; die paarigen Flossen (Brust- und Bauchflossen) sind an der Basis oft rötlich oder orange angehaucht.

Erkennungsmerkmale

Große Augen (Augendurchmesser meist größer als die Schnauzenlänge), zweireihige Schlundzähne (Formel 2.5-5.2), 43-48 Schuppen entlang der Seitenlinie, rötliche Flossenbasen.

Verwechslungsarten

Brachse (Abramis brama): hat kleinere Augen, dunkle Flossenbasen und mehr Schuppen (51-60) auf der Seitenlinie. Zope (Ballerus ballerus): hat eine deutlich längere Afterflosse.

Geschlechtsdimorphismus

Männchen entwickeln zur Laichzeit einen feinkörnigen Laichausschlag am Kopf und an den Schuppen des Vorderkörpers.

Habitat & Lebensraum

Tiefenbereich
1 – 15 m
Temperaturbereich
4 – 28 °C
pH-Bereich
6.5 – 8.5

Fischregion

Brachsenregion (Metapotamal)

Bevorzugte Zone

Benthal und Litoral; hält sich bevorzugt in Bodennähe pflanzenreicher Uferzonen auf.

Strömungspräferenz

Limnophil bis eurytop; bevorzugt stehende Gewässer oder sehr langsam fließende Flussabschnitte.

Substratpräferenz

Feinsubstrate wie Schlamm, Detritus oder Sand, oft in Verbindung mit Makrophytenbeständen.

Sauerstoffbedarf

Mäßig; tolerant gegenüber zeitweiligem Sauerstoffmangel in eutrophen Gewässern.

Migration

Migrationstyp
Potamodrom (Süßwasser-Wanderer)

Wanderverhalten

Potamodrom; führt kurze Wanderungen zwischen Fresshabitaten, Überwinterungsplätzen und flachen Laichgebieten durch.

Wikipedia →