Herbst-Lorchel
Helvella crispa
Die Herbst-Lorchel ist ein weit verbreiteter Schlauchpilz, der vor allem im Herbst in Laub- und Nadelwäldern sowie an Waldrändern zu finden ist. Sie zeichnet sich durch einen unregelmäßig gewundenen, sattelförmigen Hut und einen charakteristischen, tief längsgefurchten und hohlen Stiel aus. Die Farbe variiert von weißlich bis blass gelblich-beige. Obwohl sie früher oft als Speisepilz gesammelt wurde, gilt sie heute aufgrund enthaltener Giftstoffe als gesundheitlich bedenklich.

Details
Erkennungsmerkmale
Cremeweißer bis blassgelber, 2-10 cm breiter, krauser Hut; tief gefurchter, hohlkammeriger Stiel; brüchiges, weißliches Fleisch; Sporenpulver weiß.
Ernährung
Saprotroph; bezieht Nährstoffe durch den Abbau von organischem Material im Boden und in der Laubstreu.
Überwinterung
Überdauert als Myzel im Boden.
Ökologie
Ökologische Rolle
Wichtiger Destruent im Waldökosystem, der zur Humusbildung und zum Nährstoffkreislauf beiträgt.
Natürliche Feinde
Schnecken, verschiedene Insektenlarven (Pilzmücken).
Konkurrenzarten
Andere saprotrophe Bodenpilze.
Ökosystemleistung
Nährstoffrecycling und Abbau organischer Substanz.
Bedrohungen
Übermäßige Bodenverdichtung und intensive forstwirtschaftliche Nutzung.
Wissenschaftlicher Steckbrief
Steckbrief
Erkennungsmerkmale
Charakteristisch sind der weißliche, sattelförmige Hut und der extrem stark gefurchte, fast rippenstreifige, weißliche Stiel. Mikroskopisch: Elliptische Sporen (ca. 18-20 x 11-12 µm) mit einem großen zentralen Öltropfen.
Lebensraum
Laub- und Mischwälder, Waldränder, Parkanlagen und grasige Stellen, bevorzugt auf basenreichen, kalkhaltigen Böden.
Fortpflanzung
Sexuelle Vermehrung durch Ascosporen, die in zylindrischen Asci gebildet und bei Reife aktiv ausgestoßen werden.
Schutz & Bedrohung
Hauptbedrohungen
Bodenversauerung durch Stickstoffeinträge und intensive forstwirtschaftliche Nutzung, die die Humusschicht stört.
Schutzmaßnahmen
Schutz alter Laubwaldbestände, Reduktion von Stickstoffeinträgen und Erhalt kalkhaltiger Offenland-Wald-Übergangszonen.