Maulbeer-Grünalge
Botryococcus braunii
Botryococcus braunii ist eine weltweit verbreitete, planktonische Grünalge, die charakteristische maulbeerförmige Kolonien bildet. Diese Kolonien bestehen aus Einzelzellen, die in einer festen Matrix aus Biopolymeren und flüssigen Kohlenwasserstoffen eingebettet sind. Die Alge ist wissenschaftlich bedeutend, da sie bis zu 75 % ihrer Trockenmasse in Form von Öl speichern kann, was sie zu einem wichtigen Kandidaten für die Biokraftstoffproduktion macht. Sie besiedelt vorwiegend stehende Süßwasser- und Brackwasserhabitate mit geringem bis mäßigem Nährstoffgehalt.

Details
Sauerstoffproduktion
Produziert aktiv Sauerstoff durch Photosynthese in der euphotischen Zone.
Habitatfunktion
Dient als Mikrohabitat und Nahrungsquelle für diverse Mikroorganismen.
Nährstoffaufnahme
Effiziente Aufnahme von gelöstem Stickstoff und Phosphat aus dem Wasser.
Nahrungsquelle für
Filtrierendes Zooplankton und einige spezialisierte Mikroherbivoren.
Nutzung durch Menschen
Wird intensiv erforscht für die Produktion von Biokraftstoffen (Algenöl) und als Quelle für Kohlenwasserstoffe.
Ökologie
Ökologische Rolle
Primärproduzent im pelagischen Nahrungsnetz; Fixierung von atmosphärischem CO2 und Produktion von Lipiden.
Natürliche Feinde
Zooplankton, insbesondere filtrierende Rädertierchen und kleine Krebstiere.
Konkurrenzarten
Andere Phytoplankton-Arten wie Scenedesmus oder Microcystis bei höheren Nährstoffkonzentrationen.
Ökosystemleistung
Sauerstoffproduktion und Kohlenstoffspeicherung; potenzielle Rohstoffquelle für nachhaltige Energie.
Bedrohungen
Starke Eutrophierung von Gewässern und chemische Verunreinigungen.
Wissenschaftlicher Steckbrief
Steckbrief
Erkennungsmerkmale
Extremer Gehalt an flüssigen Kohlenwasserstoffen (bis zu 75 % der Trockenmasse); charakteristische traubenförmige Struktur; Farbwechsel von grün zu leuchtend orange/rot im stationären Zustand; hoher Auftrieb durch Lipide.
Fortpflanzung
Asexuell durch Koloniefragmentierung (Teilung der Mutterkolonie in Tochterkolonien) oder durch Bildung von Autosporen innerhalb der Einzelzellen.
Schutz & Bedrohung
Status nicht auf Standardskala
Hauptbedrohungen
Eutrophierung der Gewässer (Verdrängung durch konkurrenzstärkere Cyanobakterien), chemische Belastung durch Herbizide aus der Landwirtschaft.
Schutzmaßnahmen
Schutz und Sanierung nährstoffarmer Gewässer; Reduktion diffuser Nährstoffeinträge aus dem Einzugsgebiet; Erhalt natürlicher Hydromorphologie.