Gelbe Lohblüte
Fuligo septica
Die Gelbe Lohblüte ist ein weltweit verbreiteter Schleimpilz, der vor allem auf Totholz und Rindenmulch zu finden ist. Er bildet ein auffällig gelbes, schaumiges Plasmodium, das sich aktiv über den Untergrund bewegen kann, um Nahrung aufzunehmen. Zur Fortpflanzung wandelt sich diese Masse in ein festes, krustiges Aethalium um, in dem die dunklen Sporen reifen. Trotz seines pilzähnlichen Aussehens gehört der Organismus taxonomisch zur Gruppe der Amoebozoa.
Details
Erkennungsmerkmale
Leuchtend gelbe Farbe, kissenförmige Gestalt (Aethalium), schaumige Struktur im aktiven Stadium, bei Reife dunkles Sporenpulver unter einer kalkhaltigen Kruste.
Sozialverhalten
Lebt als einzellige, vielkernige Riesenzelle (Plasmodium), die durch Verschmelzung zahlreicher Einzelzellen entsteht.
Ernährung
Ernährt sich heterotroph durch Phagozytose von Bakterien, Pilzsporen und organischen Partikeln.
Jagdstrategie
Umschließt und verdaut Nahrungspartikel durch die amöboide Fortbewegung des Plasmodiums.
Laichsubstrat
Feuchtes Totholz, Rindenmulch, Laubstreu oder gelegentlich lebende Pflanzen.
Überwinterung
Überdauert ungünstige Witterungsperioden als Sporen oder durch die Bildung eines verhärteten Sklerotiums.
Ökologie
Ökologische Rolle
Wichtiger Zersetzer organischer Substanz und Regulator von Bakterienpopulationen im Boden- und Holzökosystem.
Natürliche Feinde
Spezialisierte Käferarten (z. B. Agathidium-Arten) sowie verschiedene Schnecken.
Konkurrenzarten
Andere Myxomyceten und saprobiontische Pilze konkurrieren um Substrat und Mikroorganismen.
Ökosystemleistung
Trägt zum Nährstoffkreislauf bei, indem es Mikroorganismen konsumiert und organische Reste abbaut.
Bedrohungen
Derzeit keine nennenswerten Bedrohungen; die Art profitiert von anthropogenem Rindenmulch.
Wissenschaftlicher Steckbrief
Steckbrief
Erkennungsmerkmale
Auffälliges, polsterförmiges Aethalium mit einer meist leuchtend gelben (selten weißen oder rötlichen), kalkhaltigen und brüchigen Rinde (Cortex). Die Sporenmasse im Inneren ist dunkelbraun bis schwarz. Das vorangehende Plasmodium ist meist ebenfalls leuchtend gelb und schleimig-fließend. Mikroskopisch zeichnet sich die Art durch ein kalkhaltiges Capillitium (Physaroid-Typ) und fein warzige Sporen (6–9 µm) aus.
Lebensraum
Saprobiontisch auf Totholz (besonders Nadelholz), Rindenmulch, Laubstreu und gelegentlich auf lebenden Pflanzen oder Gras. Häufig in Wäldern, Gärten und auf Kahlschlägen zu finden. Kosmopolitische Verbreitung von der Arktis bis in die Tropen.
Ernährung
Phagotroph; das Plasmodium ernährt sich durch die Aufnahme (Endozytose) von Bakterien, Pilzsporen, Hefen und gelösten organischen Stoffen aus dem Substrat.
Fortpflanzung
Komplexer Lebenszyklus: Sporen keimen zu Myxamöben oder Myxoflagellaten, die zu einer diploiden Zygote verschmelzen. Daraus entwickelt sich das vielkernige Plasmodium. Bei Lichtreiz oder Nahrungsmangel erfolgt die Sporulation zum Aethalium. Die Sporenverbreitung erfolgt durch Wind, Regen oder Insekten (z. B. Käfer der Familie Leiodidae).
Ökologische Rolle
Wichtiger Destruent im Stoffkreislauf; trägt zur Regulation von Bakterienpopulationen bei. Bemerkenswert ist die extreme Toleranz gegenüber Schwermetallen (insbesondere Zink); Fuligo septica kann Zinkkonzentrationen tolerieren, die für andere Organismen toxisch sind, indem sie diese als Fuligopyron-Komplexe im Plasmodium sequestriert.
Schutz & Bedrohung
Status nicht auf Standardskala
Hauptbedrohungen
Derzeit keine Gefährdungen bekannt. Die Art gilt als sehr häufig, weit verbreitet und anpassungsfähig gegenüber anthropogenen Habitatveränderungen (z. B. Gartenbau, Forstwirtschaft).