Hundeegel
Erpobdella octoculata
Der Hundeegel ist einer der am weitesten verbreiteten Egel in mitteleuropäischen Binnengewässern. Er besiedelt sowohl stehende als auch fließende Gewässer und ist besonders häufig unter Steinen zu finden. Im Gegensatz zu Blutegeln saugt er kein Blut bei Wirbeltieren, sondern ernährt sich räuberisch von kleinen wirbellosen Tieren.

Details
Erkennungsmerkmale
Acht Augen in zwei Querreihen am Vorderende; abgeflachter Körper; Färbung meist bräunlich mit gelblichen Pigmentflecken oder Netzzeichnung.
Sozialverhalten
Einzelgängerisch; bildet keine sozialen Verbände, kann aber bei hohem Nahrungsangebot in großen Dichten auftreten.
Ernährung
Räuberische Ernährung von Zuckmückenlarven, Schlammröhrenwürmern (Tubifex), kleinen Schnecken und anderen Invertebraten.
Jagdstrategie
Aktives Aufspüren der Beute; Ergreifen mit dem Mundsaugnapf und anschließendes Verschlingen der Beute im Ganzen.
Laichsubstrat
Harte Substrate wie Steine, Holz oder Wasserpflanzen für die Befestigung der Kokons.
Überwinterung
Überwintert im Sediment oder tief unter Steinen, um Frost zu vermeiden.
Ökologie
Ökologische Rolle
Wichtiger Regulator von Insektenlarven- und Wurmpopulationen im benthischen Ökosystem.
Natürliche Feinde
Fische (z.B. Gründlinge, Karpfen), Wasservögel und räuberische Insektenlarven wie Libellenlarven.
Konkurrenzarten
Andere räuberische Egelarten (z.B. Erpobdella nigricollis) und räuberische Insektenlarven.
Ökosystemleistung
Beitrag zum Nährstoffkreislauf durch Konsum von Detritusfressern; Nahrungsgrundlage für höhere Trophiestufen.
Bedrohungen
Starke chemische Belastung der Gewässer, Lebensraumverlust durch Uferverbauung und Austrocknung.
Wissenschaftlicher Steckbrief
Steckbrief
Erkennungsmerkmale
Wichtigstes Merkmal sind die 8 Augen, die in zwei Querreihen angeordnet sind (4 Augen am Vorderrand, 4 Augen seitlich dahinter). Die Genitalöffnungen (Poren) sind durch 2,5 Ringel (Annuli) voneinander getrennt. Der Körper besteht aus Segmenten, die jeweils in 5 Ringel unterteilt sind, wobei alle Ringel etwa gleich breit sind.
Ernährung
Primär Chironomiden-Larven (Zuckmücken), Oligochaeten (z.B. Tubifex), kleine Krebstiere (Isopoda, Amphipoda) und gelegentlich andere Insektenlarven (Eintagsfliegen).
Fortpflanzung
Hermaphroditisch mit gegenseitiger Befruchtung. Die Eier werden in festen, ovalen, bräunlichen Kokons abgelegt, die an Steinen oder Pflanzen angeklebt werden. Ein Kokon enthält meist 5-30 Eier. Keine Brutpflege.
Rolle im Nahrungsnetz
Wichtiger Sekundärkonsument im Benthos; reguliert die Bestände von Mückenlarven und Wenigborstern. Dient selbst als bedeutende Nahrungsquelle für Fische.
Schutz & Bedrohung
Hauptbedrohungen
Derzeit nicht gefährdet. Lokale Bedrohungen durch extreme chemische Toxizität oder vollständige Austrocknung von Kleingewässern.
Schutzmaßnahmen
Keine spezifischen Artenschutzmaßnahmen erforderlich. Erhalt der Gewässergüte und Strukturvielfalt fördert die gesamte benthische Biozönose.