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Fisch

Schleie

Tinca tinca

RL LC🔬 Zeigerart

Die Schleie ist ein robuster Süßwasserfisch, der durch seine sehr kleinen Schuppen und eine extrem dicke, schützende Schleimschicht gekennzeichnet ist. Sie bevorzugt stehende oder langsam fließende Gewässer mit schlammigem Grund und dichtem Pflanzenwuchs. Die Art ist bekannt für ihre außerordentliche Widerstandsfähigkeit gegenüber Sauerstoffmangel und sauren Milieus. Im Winter verfällt sie häufig in eine Kältestarre, die sie tief im Schlamm eingegraben verbringt.

Details

👁️

Erkennungsmerkmale

Sehr kleine Rundschuppen, rötliche Iris, zwei kurze Barteln, abgerundete Flossenränder, tiefgrüne bis goldbraune Färbung.

🐠

Sozialverhalten

Einzelgängerisch oder in kleinen Gruppen lebend; tagsüber meist versteckt in der Vegetation.

🍽️

Ernährung

Nahrung besteht aus Insektenlarven, Schnecken, Muscheln und kleinen Krebstieren, die aus dem Schlamm gewühlt werden.

🎯

Jagdstrategie

Gründeln im Schlamm (Saug-Schnapp-Mechanismus) zur Aufnahme von Benthos-Organismen.

🥚

Laichsubstrat

Feinfiedrige Wasserpflanzen (phytophiler Laicher).

❄️

Überwinterung

Kältestarre im Schlamm eingegraben.

Ökologie

🌍

Ökologische Rolle

Wichtiger Konsument im benthischen Nahrungsnetz und Beute für große Raubfische.

🦅

Natürliche Feinde

Hecht, Wels, Fischotter, Kormoran, Graureiher.

⚔️

Konkurrenzarten

Karpfen und Brachsen (Nahrungskonkurrenz im Benthal).

🌟

Ökosystemleistung

Wirtschaftlich bedeutend in der Teichwirtschaft und als beliebter Fisch für die Angelfischerei.

⚠️

Bedrohungen

Verlust von Flachwasserzonen durch Uferverbauung und Entwässerung von Feuchtgebieten.

Wissenschaftlicher Steckbrief

Morphologie & Identifikation

Familie
Karpfenfische
Körperlänge
20 – 70 cm
Maximalgröße
70
Gewicht
0.5 – 7.5 kg
Maximalgewicht
7.5
Lebenserwartung
10 – 20 years
Körperform
Kräftiger, gedrungener Körper mit hoher Schwanzwurzel und sehr dicker, schleimiger Haut.
Schuppenformel
90-115 (SL)
Flossenformel
D III-IV/8-9, A III-IV/6-8, P I/15-17, V II/8-9

Färbung

Dunkelgrün bis olivbraun mit goldenem Glanz; Bauchseite gelblich; auffällig orangerote Iris.

Erkennungsmerkmale

Sehr kleine Schuppen (90-115 an der Seitenlinie), ein Paar kurze Barteln am Mundwinkel, alle Flossen stark abgerundet.

Verwechslungsarten

Karausche (Carassius carassius) - hat keine Barteln; Giebel (Carassius gibelio) - hat keine Barteln und größere Schuppen.

Geschlechtsdimorphismus

Männchen haben deutlich größere, löffelförmige Bauchflossen, deren zweiter Strahl verdickt ist; Weibchen haben kleinere, spitzere Bauchflossen.

Habitat & Lebensraum

Tiefenbereich
0.5 – 10 m
Temperaturbereich
4 – 30 °C
pH-Bereich
6.5 – 8.5 pH

Fischregion

Brachsenregion (Blei-Region) sowie stehende Gewässer (Seen, Teiche, Altarme).

Bevorzugte Zone

Benthal (Bodenbereich) im Litoral (Uferzone) mit dichter Unterwasservegetation.

Strömungspräferenz

Limnophil; bevorzugt stehende bis sehr langsam fließende Gewässer.

Substratpräferenz

Feinkörnige, schlammige Substrate mit hohem Anteil an organischem Detritus.

Sauerstoffbedarf

Sehr gering; kann extrem niedrige Sauerstoffgehalte durch Notatmung und Stoffwechselanpassung tolerieren.

Migration

Migrationstyp
Potamodrom (Süßwasser-Wanderer)
Wanderdistanz
1 – 10 km

Wanderverhalten

Potamodrom; führt kurze Wanderungen zwischen tiefen Winterlagern und flachen, vegetationsreichen Laichgründen durch.

Fortpflanzung

LaichzeitMai – Jul
J
F
M
A
M
J
J
A
S
O
N
D
Laichtemperatur
18 – 22 °C

Laichsubstrat

Phytophil; Eier werden an feinblättrigen Wasserpflanzen (z.B. Myriophyllum, Elodea) abgelegt.

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