Große Erbsenmuschel
Pisidium amnicum
Die Große Erbsenmuschel ist ein kleiner Süßwasser-Bivalve, der sich durch seine für die Gattung beachtliche Größe und die markanten konzentrischen Rippen auf der Schale auszeichnet. Sie besiedelt bevorzugt fließende Gewässer sowie die Brandungszonen von Seen mit sandigem oder kiesigem Substrat. Als Filtrierer spielt sie eine wichtige Rolle im Nährstoffkreislauf aquatischer Ökosysteme. Die Art reagiert empfindlich auf Wasserverschmutzung, Versauerung und die Zerstörung ihres Lebensraums durch Gewässerausbau.

Details
Erkennungsmerkmale
Schale kräftig und dickwandig, schief dreieckig-eiförmig; Oberfläche mit groben, regelmäßigen konzentrischen Rippen; Wirbel liegt deutlich hinter der Mitte.
Sozialverhalten
Lebt einzelgängerisch im Sediment vergraben, kann aber bei günstigen Bedingungen in hohen Individuendichten auftreten.
Ernährung
Filtriert organisches Material (Detritus) sowie Mikroorganismen wie Bakterien und Phytoplankton aus dem Wasser und der Grenzschicht zum Sediment.
Laichsubstrat
Nicht zutreffend, da die Art lebendgebärend ist und die Larven in Bruttaschen der Kiemen heranwachsen.
Überwinterung
Verbleibt im Sediment und reduziert die Stoffwechselaktivität während der Kälteperiode.
Ökologie
Ökologische Rolle
Wichtiger Primärkonsument, der zur Wasserklärung beiträgt und durch seine Grabtätigkeit das Sediment belüftet.
Natürliche Feinde
Fische (insbesondere Karpfenartige), Wasservögel und räuberische Wirbellose wie Egel.
Konkurrenzarten
Andere Pisidium-Arten und invasive Muscheln wie die Körbchenmuschel (Corbicula fluminea).
Ökosystemleistung
Trägt zur Selbstreinigung von Gewässern durch Filtration und zum Nährstoffrecycling bei.
Bedrohungen
Gewässerverschmutzung, Eutrophierung, Verbauung von Fließgewässern und die daraus resultierende Verschlammung der Sohle.
Wissenschaftlicher Steckbrief
Steckbrief
Erkennungsmerkmale
Größe (meist >7 mm), grobe konzentrische Streifung der Schalenoberfläche, Wirbel deutlich nach hinten verschoben, nur ein funktionaler Siphon (Anal-Siphon) vorhanden.
Fortpflanzung
Hermaphroditisch, ovovivipar; die Embryonen entwickeln sich in speziellen Bruttaschen der Kiemen und werden als fertige Jungmuscheln entlassen.