Rostrote Mauerbiene
Osmia bicornis
Die Rostrote Mauerbiene ist eine der am häufigsten vorkommenden Wildbienenarten in Mitteleuropa und besiedelt vielfältige Lebensräume von Gärten bis hin zu Waldrändern. Sie zeichnet sich durch eine dichte, fuchsrote Behaarung am Thorax und Abdomen aus, was ihr ein hummelähnliches Aussehen verleiht. Als solitäre Art bildet sie keine Staaten, nutzt aber gerne künstliche Nisthilfen und Mauerritzen, die sie mit Lehm verschließt. Sie ist ein äußerst effektiver Bestäuber, der bereits bei kühlen Frühjahrstemperaturen aktiv wird.

Details
Erkennungsmerkmale
Weibchen mit zwei kleinen 'Hörnern' am Kopfschild; Männchen mit weißer Gesichtsbehaarung und längeren Fühlern; Körper dicht rostrot behaart.
Sozialverhalten
Solitärlebend; Weibchen versorgen ihre Brut allein, nisten jedoch oft in großen Aggregationen an geeigneten Standorten.
Ernährung
Polylektisch; nutzt Nektar und Pollen von über 15 verschiedenen Pflanzenfamilien, darunter Rosengewächse, Korbblütler und Ahorngewächse.
Laichsubstrat
Nutzung vorhandener Hohlräume in Holz, Stein, hohlen Pflanzenstängeln oder Insektenhotels; Verschluss mit Lehm.
Überwinterung
Überwinterung als voll entwickeltes Insekt (Imago) in einem Kokon innerhalb der Brutzelle.
Ökologie
Ökologische Rolle
Bedeutender Bestäuber für eine Vielzahl von Wild- und Kulturpflanzen im zeitigen Frühjahr.
Natürliche Feinde
Vögel (z.B. Meisen), parasitäre Wespen (z.B. Gasteruption), Bienenmilben (Chaetodactylus osmiae) und Speckkäfer.
Konkurrenzarten
Gehörnte Mauerbiene (Osmia cornuta) und andere solitäre Bienenarten mit ähnlichen Nistplatzansprüchen.
Ökosystemleistung
Hocheffiziente Bestäubung von Obstkulturen (Apfel, Birne, Kirsche) und Erhalt der floristischen Diversität.
Bedrohungen
Verlust von Nistplätzen durch Sanierung von Gebäuden, Einsatz von Insektiziden und Rückgang des Blütenangebots.
Wissenschaftlicher Steckbrief
Steckbrief
Erkennungsmerkmale
Namensgebend sind die zwei kleinen, hörnchenartigen Fortsätze am Clypeus (Kopfschild) der Weibchen. Als Bauchsammlerin besitzt das Weibchen eine rötliche Sammelbürste (Scopa) auf der Unterseite des Abdomens. Die Art ist kräftig gebaut und ähnelt oberflächlich einer kleinen Hummel.
Lebensraum
Sehr vielseitig (euryök); besiedelt Gärten, Parks, Streuobstwiesen, Waldränder und den urbanen Siedlungsraum (synanthrop).
Schutz & Bedrohung
Hauptbedrohungen
Einsatz von Pestiziden (Neonicotinoide); Mangel an Nistplätzen durch energetische Gebäudesanierung; Rückgang der Blütenvielfalt in der Agrarlandschaft.
Bestandstrend
Stabil bis zunehmend; die Art gilt als häufigste Mauerbiene Mitteleuropas und profitiert stark von künstlichen Nisthilfen.
Schutzmaßnahmen
Bereitstellung von Nisthilfen (Bohrungen 6-9 mm); Erhalt von Totholz und Lehmstellen; Anpflanzung heimischer Frühblüher und Verzicht auf Insektizide im Garten.