Gemeiner Feuerschwamm
Phellinus igniarius
Der Gemeine Feuerschwamm ist ein weit verbreiteter, mehrjähriger Baumpilz aus der Familie der Borstenscheiblinge. Er bildet konsolenförmige, extrem harte Fruchtkörper aus, die oft über viele Jahre am Wirtsbaum verbleiben. Der Pilz dringt über Wunden in das Holz ein, baut dort Lignin und Zellulose ab und verursacht eine intensive Weißfäule, die schließlich zum Bruch des Baumes führen kann.

Details
Erkennungsmerkmale
Huf- oder konsolenförmig, Oberseite grau bis schwarz und rissig, Unterseite mit zimtbraunen Poren, Fleisch sehr hart und holzig.
Ernährung
Ernährt sich parasitisch von lebenden Laubbäumen oder saprobiontisch von Totholz; verursacht Weißfäule.
Überwinterung
Mehrjährige Fruchtkörper überdauern den Winter in aktivem oder ruhendem Zustand.
Ökologie
Ökologische Rolle
Wichtiger Primärzersetzer; schafft durch Holzfäule Nistmöglichkeiten für Höhlenbrüter wie Spechte.
Natürliche Feinde
Verschiedene spezialisierte Käferarten (z.B. aus der Familie der Ciidae) und Milben.
Konkurrenzarten
Andere Baumpilze wie der Zunderschwamm (Fomes fomentarius) oder der Flache Lackporling.
Ökosystemleistung
Nährstoffrecycling im Waldökosystem und Förderung der Biodiversität durch Habitatbildung.
Bedrohungen
Entfernung von Alt- und Totholz in der Forstwirtschaft; Trockenlegung von Auenstandorten.
Wissenschaftlicher Steckbrief
Steckbrief
Erkennungsmerkmale
Charakterisiert durch die hufförmige Gestalt, die rissige dunkle Kruste und das bevorzugte Vorkommen an Weiden (Salix). Mikroskopisch durch das Vorhandensein von braunen, dornförmigen Setae (12–20 x 5–9 µm) im Hymenium und inamyloide Sporen (5,5–7 x 4,5–6 µm) gekennzeichnet.
Lebensraum
Auwälder, Uferbegleitvegetation, Parks, Gärten und feuchte Laubmischwälder.
Fortpflanzung
Sexuelle Vermehrung durch Basidiosporen, die in den Röhrenschichten gebildet und über die Poren freigesetzt werden.
Schutz & Bedrohung
Hauptbedrohungen
Verlust von Auwäldern durch Flussbegradigungen, Entfernung von Alt- und Totholz in Parks und Forsten.
Schutzmaßnahmen
Schutz von Auenhabitaten, Erhalt von Biotopholzbäumen (insbesondere alten Weiden) und Förderung der natürlichen Flussdynamik.