Gewöhnlicher Odermennig
Agrimonia eupatoria
Der Gewöhnliche Odermennig ist eine sommergrüne, ausdauernde krautige Pflanze, die Wuchshöhen von bis zu 100 Zentimetern erreicht. Er zeichnet sich durch unterbrochen gefiederte Blätter und lange, traubige Blütenstände mit kleinen, gelben Einzelblüten aus. Die Pflanze ist in Europa weit verbreitet und besiedelt bevorzugt sonnige Waldränder, Hecken und magere Wiesen. Besonders markant sind die becherförmigen Scheinfrüchte, die mit Hakenborsten besetzt sind und der Fernausbreitung durch Tiere dienen.

Details
Habitatfunktion
Bietet Lebensraum für Saumgesellschaften und dient als Nahrungsquelle für diverse Fluginsekten.
Nährstoffaufnahme
Moderate Aufnahme von Stickstoff und Mineralstoffen.
Nahrungsquelle für
Bienen, Schwebfliegen, Käfer und Raupen des Kleinen Würfel-Dickkopffalters.
Nutzung durch Menschen
Traditionelle Heilpflanze bei Entzündungen im Mundraum und Durchfall; früher zum Gelbfärben von Textilien genutzt.
Ökologie
Ökologische Rolle
Wichtige Nektar- und Pollenquelle für Bestäuber; Wirtspflanze für spezialisierte Insektenlarven.
Natürliche Feinde
Raupen des Kleinen Würfel-Dickkopffalters, Wildverbiss durch Rehe oder Kaninchen.
Konkurrenzarten
Konkurrenzstarke Obergräser oder verbuschende Gehölze bei Nutzungsaufgabe.
Ökosystemleistung
Bodenfestigung durch Rhizome, Unterstützung der Biodiversität durch Insektennahrung.
Bedrohungen
Intensivierung der Grünlandnutzung, zu häufige Mahd von Wegrändern, Eutrophierung durch Düngereintrag.
Wissenschaftlicher Steckbrief
Steckbrief
Fortpflanzung
Primär generativ über Samen; eine vegetative Vermehrung über das Rhizom findet in geringem Maße statt.
Schutz & Bedrohung
Hauptbedrohungen
Intensivierung der Grünlandnutzung (Düngung), Aufgabe der Beweidung (Verbuschung) und zu frühe Mahd vor der Samenreife.