Knoblauchkröte
Pelobates fuscus
Die Knoblauchkröte ist ein gedrungener Froschlurch, der eine Körperlänge von etwa 8 cm erreicht und für seine verborgene, grabende Lebensweise bekannt ist. Charakteristisch sind die senkrecht geschlitzten Pupillen sowie die verhärteten, scharfkantigen Grabschwielen an den Hinterfüßen, mit denen sie sich blitzschnell rückwärts in lockere Böden eingräbt. Bei Gefahr stößt sie ein Sekret aus, das intensiv nach Knoblauch riecht, was ihr den deutschen Namen einbrachte. Bemerkenswert sind zudem die Kaulquappen, die mit bis zu 18 cm Länge deutlich größer werden als die adulten Tiere.

Details
Erkennungsmerkmale
Vertikale Schlitzpupillen, helle Grabschwielen an den Fersen, glatte Haut mit variablen dunklen Flecken, Knoblauchgeruch.
Sozialverhalten
Außerhalb der Paarungszeit einzelgängerisch; Männchen rufen während der Fortpflanzung unter Wasser.
Ernährung
Adulte fressen Wirbellose wie Insekten, Spinnen, Regenwürmer und Schnecken; Larven fressen Algen, Detritus und Kleinstlebewesen.
Jagdstrategie
Aktive Suche und Lauerjagd auf der Erdoberfläche während der Nacht.
Laichsubstrat
Vertikale Strukturen wie Wasserpflanzenstängel oder Äste in permanenten Stillgewässern.
Überwinterung
Überwinterung tief im Boden vergraben (bis zu 1 Meter tief) in selbst gegrabenen Höhlen.
Ökologie
Ökologische Rolle
Wichtiger Prädator von Bodenwirbellosen; Kaulquappen beeinflussen die Algenbiomasse in Gewässern.
Natürliche Feinde
Ringelnatter, Reiher, Störche, Greifvögel, Marder, Iltis, sowie Fische (für Laich/Larven).
Konkurrenzarten
Andere Amphibienarten wie Erdkröte oder Wechselkröte bei der Nutzung von Laichgewässern.
Ökosystemleistung
Natürliche Schädlingskontrolle durch den Verzehr von landwirtschaftlich relevanten Insekten und Schnecken.
Bedrohungen
Intensivierung der Landwirtschaft, Einsatz von Pestiziden, Verlust von Kleingewässern, Grundwasserabsenkung.
Wissenschaftlicher Steckbrief
Steckbrief
Erkennungsmerkmale
Wichtigste Merkmale sind die senkrecht geschlitzte Pupille (katzenartig) und der große, scharfkantige, gelbliche Fersenhöcker (Grabschaufel) an den Hinterfüßen. Der Scheitelhöcker zwischen den Augen ist deutlich gewölbt. Im Gegensatz zu echten Kröten fehlen Parotiden (Ohrdrüsen).
Rolle im Nahrungsnetz
Adulte sind wichtige Prädatoren für wirbellose Kleintiere; Larven beeinflussen die Algenbiomasse. Die Art dient als Beute für diverse Vögel, Schlangen und Säugetiere.
Schutz & Bedrohung
Hauptbedrohungen
Intensivierung der Landwirtschaft (Pestizideinsatz, Düngung, Verlust von Brachen), Grundwasserabsenkung, Zerschneidung der Lebensräume durch Straßenbau, Verlust von Laichgewässern durch Verfüllung oder Fischbesatz.
Bestandstrend
In weiten Teilen Mitteleuropas stark rückläufig; in Deutschland auf der Roten Liste meist als 'gefährdet' (3) oder 'stark gefährdet' (2) eingestuft.
Schutzmaßnahmen
Anlage und ökologische Optimierung von Laichgewässern (Fischfreiheit), Erhalt von sandigen Bodenstrukturen, Förderung des ökologischen Landbaus, Biotopvernetzung durch Korridore.