Besenheide
Calluna vulgaris
Die Besenheide ist ein ausdauernder, immergrüner Zwergstrauch, der kalkfreie Böden bevorzugt. Sie bildet dichte Bestände in Heiden, Mooren und lichten Wäldern. Charakteristisch sind die schuppenförmigen Blätter und die glockenförmigen, meist violetten Blüten. Sie spielt eine zentrale Rolle in der Ökologie europäischer Heidegebiete.

Details
Habitatfunktion
Wichtige Futterquelle für spezialisierte Insekten; Deckung und Brutplatz für Bodenbrüter wie die Heidelerche.
Nährstoffaufnahme
Sehr effiziente Aufnahme von Nährstoffen bei geringer Verfügbarkeit durch Symbiose mit Mykorrhizapilzen.
Nahrungsquelle für
Honigbienen, Heidebiene (Colletes succinctus), Raupen zahlreicher Schmetterlingsarten (z.B. Heidekraut-Blütenspanner), Heidschnucken.
Nutzung durch Menschen
Gewinnung von Heidehonig, Arzneipflanze (Tee gegen Harnwegsbeschwerden), Besenherstellung (historisch), Zierpflanze im Gartenbau.
Ökologie
Ökologische Rolle
Pionierpflanze auf sauren Böden; Schlüsselart für die Biodiversität in Heidelandschaften.
Konkurrenzarten
Draht-Schmiele (Avenella flexuosa), Adlerfarn (Pteridium aquilinum), verschiedene Birkenarten.
Ökosystemleistung
Bodenstabilisierung, Kohlenstoffspeicherung in organischen Horizonten, Bereitstellung von Nektar für Imkerei.
Bedrohungen
Stickstoffeinträge aus der Atmosphäre (Eutrophierung), Verbuschung durch ausbleibende Pflege/Beweidung, Flächenumwandlung.
Wissenschaftlicher Steckbrief
Steckbrief
Fortpflanzung
Generativ über langlebige Samen (Bodenkeimdatenbank), deren Keimung durch Hitze (Feuer) gefördert werden kann; vegetativ durch Bewurzelung niederliegender Zweige (Absenker).
Schutz & Bedrohung
Hauptbedrohungen
Eutrophierung durch atmosphärische Stickstoffeinträge (führt zur Vergrasung), ausbleibende Pflege (Sukzession zu Wald), Habitatfragmentierung und Entwässerung von Mooren.