Flavobakterien
Flavobacterium
Flavobakterien sind eine Gattung gramnegativer, aerober Stäbchenbakterien, die für ihre charakteristische gelbe Pigmentierung durch Flexirubin bekannt sind. Sie kommen ubiquitär in Boden- und Wasserökosystemen vor und zeichnen sich durch ihre Fähigkeit aus, komplexe organische Makromoleküle wie Chitin, Pektin und Proteine zu zersetzen. In der aquatischen Ökologie spielen sie eine entscheidende Rolle im Nährstoffkreislauf, können jedoch unter Stressbedingungen als opportunistische Krankheitserreger bei Fischen auftreten. Die Gattung umfasst sowohl psychrophile Arten, die kalte Umgebungen bevorzugen, als auch mesophile Vertreter.

Details
Erkennungsmerkmale
Gelbe Kolonien auf Agarmedien, Gleitbewegung (gliding motility), gramnegatives Färbeverhalten, stäbchenförmige Morphologie, Katalase- und Oxidase-positiv.
Ernährung
Chemoorganotroph; Abbau von organischen Polymeren wie Chitin, Cellulose und Proteinen durch extrazelluläre Enzyme.
Ökologie
Ökologische Rolle
Wichtige Destruenten im Kohlenstoff- und Stickstoffkreislauf; Beteiligung am mikrobiellen Loop und dem Abbau von Detritus.
Natürliche Feinde
Bakterivore Protozoen (Flagellaten, Ciliaten) und Bakteriophagen.
Konkurrenzarten
Andere aquatische Bakterien wie Pseudomonaden oder Cytophaga-Arten.
Ökosystemleistung
Mineralisierung organischer Stoffe und Beitrag zur Selbstreinigung von Gewässern.
Bedrohungen
Chemische Verunreinigungen, insbesondere Antibiotikarückstände in Gewässern, und extreme pH-Wert-Schwankungen.
Wissenschaftlicher Steckbrief
Steckbrief
Lebensraum
Weit verbreitet in aquatischen Ökosystemen (Süßwasser, Meerwasser, Brackwasser), Böden, Sedimenten sowie in extremen Habitaten wie Gletschereis, Antarktis-Seen und hydrothermalen Quellen.
Ökologische Rolle
Wichtige Destruenten im globalen Kohlenstoff- und Stickstoffkreislauf. Sie sind spezialisiert auf den Abbau von Biopolymeren und tragen wesentlich zur Remineralisierung organischer Substanz in Gewässern bei.