Dunkle Erdhummel
Bombus terrestris
Die Dunkle Erdhummel ist ein staatenbildendes Insekt aus der Familie der Echten Bienen. Sie ist ein wichtiger Bestäuber und zeichnet sich durch ihren schwarzen Körper mit zwei gelben Querstreifen und einem weißlichen bis ockerfarbenen Hinterleibsende aus. Die Art besiedelt eine Vielzahl von Lebensräumen, von Gärten bis hin zu landwirtschaftlichen Flächen. Sie bildet große Völker mit bis zu 600 Individuen und nistet vorzugsweise unterirdisch in verlassenen Mäusebauen.

Details
Erkennungsmerkmale
Zwei goldgelbe Querstreifen (einer am Thorax, einer am zweiten Hinterleibssegment), Hinterleibsende weißlich oder schmutzig-weiß (ocker), kurzer Rüssel.
Sozialverhalten
Eusozial; bildet einjährige Sommerstaaten mit einer Königin und arbeitsteiligen Kasten.
Ernährung
Generalist; ernährt sich von Nektar und Pollen einer Vielzahl von Pflanzen (polylektisch).
Laichsubstrat
Unterirdische Hohlräume, meist verlassene Kleinsäugerbaue.
Überwinterung
Nur die begatteten Jungköniginnen überwintern in selbst gegrabenen Erdlöchern oder unter Laub.
Ökologie
Ökologische Rolle
Wichtiger Bestäuber für Wild- und Kulturpflanzen; beherrscht die Vibrationsbestäubung.
Natürliche Feinde
Vögel (z.B. Neuntöter), Dachse (Nesträuber), Kuckuckshummeln, Raubfliegen, Krabbenspinnen.
Konkurrenzarten
Andere Hummelarten (z.B. B. lucorum), Honigbienen und solitäre Wildbienen.
Ökosystemleistung
Bestäubung von Nutzpflanzen (Tomaten, Beeren) und Erhalt der pflanzlichen Biodiversität.
Bedrohungen
Habitatverlust, Pestizideinsatz (Neonicotinoide), Nahrungsmangel durch Monokulturen, Klimawandel.
Wissenschaftlicher Steckbrief
Steckbrief
Erkennungsmerkmale
Kurzer Rüssel (Gattung Bombus, Untergattung Bombus sensu stricto); Königinnen sind mit bis zu 28 mm sehr groß; die gelben Binden sind im Vergleich zu Bombus lucorum meist dunkler und schmaler; Arbeiterinnen sind im Feld oft nicht sicher von B. lucorum zu unterscheiden (Kryptospezies-Komplex).
Lebensraum
Euryök: Besiedelt fast alle offenen und halboffenen Lebensräume inklusive Gärten, Parks, Agrarlandschaften, Waldränder und Ruderalflächen.
Schutz & Bedrohung
Hauptbedrohungen
Pestizideinsatz (Neonicotinoide), Nahrungsmangel in ausgeräumten Agrarlandschaften, Pathogenübertragung durch kommerziell gezüchtete Hummeln, Klimawandel (Hitzestress).
Bestandstrend
Stabil; die Art ist sehr anpassungsfähig und breitet sich aufgrund milder Winter zunehmend nach Norden aus.
Schutzmaßnahmen
Erhalt und Neuanlage von Blühstreifen, Reduktion von Pestiziden, Förderung von strukturreichen Gärten und Brachflächen.