Alpen-Riesenweberknecht
Gyas titanus
Der Alpen-Riesenweberknecht ist einer der größten Weberknechte Europas und bewohnt bevorzugt feuchte, schattige Lebensräume wie Felswände in Bachnähe oder Höhleneingänge. Er zeichnet sich durch einen robusten Körper und extrem lange Beine aus, die eine Spannweite von über 15 Zentimetern erreichen können. Die Färbung ist meist dunkelbraun bis schwärzlich mit einer charakteristischen, oft hell umrandeten Sattelzeichnung auf dem Hinterleib.

Details
Erkennungsmerkmale
Großer Körper (bis 12mm), extrem lange Beine (bis 10cm), dunkler Sattelfleck auf dem Abdomen, Augenhügel ohne Dornen, oft in Wassernähe zu finden.
Sozialverhalten
Größtenteils solitär, kann aber tagsüber in feuchten Felsspalten in lockeren Gruppen ruhen.
Ernährung
Generalistischer Allesfresser, der kleine Insekten, Milben, Springschwänze und Schnecken jagt oder Aas verzehrt.
Jagdstrategie
Aktives nächtliches Suchen und Ergreifen von Beutetieren mit den Pedipalpen auf feuchten Oberflächen.
Laichsubstrat
Feuchtes Moos oder Erde in tiefen Felsspalten.
Überwinterung
Die Überwinterung erfolgt meist im Eistadium oder als Jungtier in geschützten Felsritzen.
Ökologie
Ökologische Rolle
Räuber und Aasfresser, der zur Kontrolle von Insektenpopulationen und zum Nährstoffkreislauf in alpinen Grenzlebensräumen beiträgt.
Natürliche Feinde
Vögel (z.B. Wasseramsel), Amphibien, räuberische Laufkäfer und Spinnen.
Konkurrenzarten
Andere große Weberknechte wie Gyas annulatus oder Mitopus morio.
Ökosystemleistung
Regulierung von Kleininsektenpopulationen und Abbau von organischem Material (Aas).
Bedrohungen
Klimawandel und die damit verbundene Austrocknung von hygropetrischen Standorten (wasserüberrieselte Felsen).
Wissenschaftlicher Steckbrief
Steckbrief
Erkennungsmerkmale
Größter Weberknecht Mitteleuropas; extrem lange, robuste schwarze Beine; deutlich segmentierter Hinterleib mit hellen Linien zwischen den Segmenten; schwarze Trochanteren (Hüftglieder); feiner heller Streifen auf dem Augenhügel.
Lebensraum
Hygrophile Art der montanen bis subalpinen Stufe (bis ca. 1850 m); bevorzugt kühle, schattige und sehr feuchte Standorte wie Bachschluchten, nasse Felswände und Schluchtwälder.
Rolle im Nahrungsnetz
Sekundärkonsument (Räuber) und Destruent (Aasfresser); reguliert Kleininsektenpopulationen in spezialisierten feuchten Habitaten.
Schutz & Bedrohung
Status nicht auf Standardskala
Hauptbedrohungen
Verlust und Degradierung von Bachauen und Schluchtwäldern; Klimawandel (Erwärmung und Austrocknung kühler Mikrohabitate); Gewässerverbauung.
Bestandstrend
Langfristig rückläufig; in Deutschland als 'selten' mit Gefährdung unbekannten Ausmaßes (G) eingestuft; in Bayern 'gefährdet' (3).